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Nettetal
Grenzenloser Kampf gegen Waldbrände

Nettetal. Der Nettetaler Rat entscheidet heute Abend über ein grenzübergreifendes Projekt mit den Niederlanden. Die "Naturbrandprävention" soll helfen, das Risiko von Bränden in Natur- und Waldgebieten einzudämmen Von Heike Ahlen

Die Nettetaler und ihre niederländischen Nachbarn kennen das Problem seit Jahrzehnten: Waldbrände machen nicht an Grenze halt, aber die Löscharbeiten werden dadurch schwieriger. Nettetal will nun an der Interreg-V-A-Projekt "Naturbrandprävention" teilnehmen, um gemeinsam mit den Nachbarn jenseits der Grenze die Risiken eines Naturbrandes einzudämmen. Heute entscheidet der Rat über die Teilnahme.

Für die Niederländer war ein Brand in der Stabrechtse Heide am 2. Juli 2010 der Anlass, über ein Konzept zur Bekämpfung und vor allem Vermeidung von Wald- und Flächenbränden nachzudenken. Damals verbrannten 220 der insgesamt 1500 Hektar - vor allem Busch- und Heidelandschaft. In früheren Jahren gab es häufiger verheerende Waldbrände im Grenzwald, vor allem das Jahr 1976 ist in die Annalen eingegangen. Zwischen Kaldenkirchen und Elmpt brannte es von April bis August unzählige Male. Allein die Elmpter Feuerwehr kommt auf 142 Einsätze.

Nach dem Brand 2010 hat die niederländische Regierung begonnen, Pläne zu entwickeln, um den Risiken und Folgen solcher Naturbrände in Heide, Busch und Wald entgegenzutreten. Die Provinz Limburg hat das Projekt "Prävention Naturbrände" ins Leben gerufen. Dabei wurde klar, dass man nur gemeinsam mit Partnern auf der deutschen Seite wirklich erfolgreich sein kann.

Beim Start des Projekts in den niederländischen Gemeinden Roermond und Roerdalen stellte man fest, dass es im niederländischen Meinweg nicht ausreichend Löschwasser gibt und man im Brandfall auf den Effelder Waldsee auf deutschem Gebiet zurückgreifen müsse. Außerdem wurde klar, dass - falls man auf Feuerwehren aus dem Umland zurückgreifen muss - oft die Ortskenntnisse nicht reichen, um Brandherde in einem schwer zugänglichen Gebiet zu finden.

Deswegen soll das Projekt jetzt als "Interreg-V-A-Projekt" geplant werden. Federführend soll der Naturpark Maas-Schwalm-Nette mit Sitz in Roermond sein. In Nettetal weiß auch man um die Gefährlichkeit von Naturbränden. Am Nachmittag des 6. Mai dieses Jahres brannten rund 5.000 Quadratmeter Grenzwald nahe dem Ausflugslokal Haus Galgenvenn. Fünf Löschzüge der Stadt waren mit 125 Wehrleuten im Einsatz. Nur der Löschzug Lobberich stellte an dem Abend den Grundschutz für die Stadt sicher. Der Einsatzleitwagen des Kreises sowie die Feuerwehren aus Brüggen und Niederkrüchten waren im Einsatz. Sie stellten den Pendelverkehr zum Wassertransport sicher, denn direkt am Brandort konnte nirgendwo Wasser gezapft werden.

In dem Projekt geht es darum, eine Risikoanalyse zu erstellen. Schon die Auswahl der Pflanzen bei der Bewirtschaftung des Waldes kann dazu beitragen, das Brandrisiko zu senken. Außerdem sollen sowohl Feuerwehrleute als auch Mitarbeiter von Naturschutzorganisationen ausgebildet werden. Für den Meinweg, den Brachter Wald, das Elmpter Schwalmbruch und den niederländischen Naturpark Maasduinen soll ein Risikomanagementplan erstellt werden. Um die Orientierung für ortsfremde Wehrleute zu erleichtern sollen eine grenzüberschreitende Ortssystematik und eine Breitbandabdeckung entstehen. Die Erreichbarkeit aller Gebiete, Pläne für die Löschwassereinrichtung und die Verbesserung des Zugangs zu Löschwasser stehen ebenso auf dem Programm wie Workshops zur Naturbrandbekämpfung für Feuerwehrleute - inklusive sechs grenzüberschreitender Übungen, an denen alle Feuerwehren beteiligt sein sollen.

Quelle: RP
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