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Nettetal
Große Anstrengungen für die U-3-Plätze

Nettetal: Große Anstrengungen für die U-3-Plätze
Auf einigen Flächen der Lobbericher Hauptschule soll das Netteland entstehen, Gebäudeteile werden abgerissen. Das Netteland soll Plätze für Kinder zwischen einem und sechs Jahren bieten, außerdem sollen Kinder mit Behinderungen betreut werden. FOTO: Busch
Nettetal. Die Stadt muss knapp drei Millionen Euro zusätzlich aufbringen, um die vorgegebene Quote von 32 Prozent zu erreichen. Von Ludger Peters

Im Sommer kommenden Jahres will die Stadt Nettetal die vom Land vorgegebene Quote zur Betreuung von Kindern zwischen einem und drei Jahren erreichen. Die Stadt setzt laut dem Ersten Beigeordneten Armin Schönfelder auf ein flexibles System in der U-3-Betreuung: Angebote in Kindertagesstätten und der großen Tagespflege. Teuer wird das allemal. Der Jugendhilfeausschuss empfahl dem Rat am Dienstagabend, dafür mehr als 2,9 Millionen Euro zusätzlich in den Haushalt 2013 zu stellen. Denn die Stadt muss in Lobberich einen zusätzlichen Kindergarten bauen, der als Projekt "Netteland" bezeichnet wird. Er erhält vier Gruppen und verfügt über die U-3-Betreuung. Außerdem sollen auch hier behinderte Kinder betreut werden können. Dieser Kindergarten wird allein mit Bau- und Einrichtungskosten in Höhe von fast zwei Millionen Euro veranschlagt. Schönfelder berichtete, dass die Einrichtung an der Lobbericher Hauptschule gebaut wird. Dafür werden die Pavillons abgerissen. Ein Träger wird noch gesucht.

Nahezu 1,2 Millionen Euro erhalten weitere Träger für den Ausbau ihrer Kindergärten. Die Stadt zahlt für die von Bund und Land vorgegebenen Ziele viel, da trotz der Förderung des Landes eine Finanzierungslücke von 761 000 Euro bleibt.

Im Jugendhilfeausschuss wetterte Hajo Siemes (WIN-Fraktion) heftig über die übergeordnete Politik, die die Kommunen in die roten Zahlen treibe, ohne sich der finanziellen Verantwortung zu stellen. "Wir erhöhen das Defizit im Haushaltsentwurf auf annähernd zehn Millionen Euro. Das Land überweist gleichzeitig drei Millionen weniger an Schlüsselzuweisungen. Es ist unverantwortlich, wie unsere Sanierungsbemühungen hier mit einem Federstrich unterlaufen werden", sagte Siemes.

Dass der Bedarf an U-3-Plätzen noch steigen wird, steht für Jugendamtsleiter Jochen Müntinga außer Frage. Daher treibt die Stadt auch Abstimmungsgespräche mit Trägern voran, die bis zum Sommer weitere Plätze in jeweils einer Zusatzgruppe schaffen könnten. Nach Berechnungen des Jugendamtes müssten zum Erreichen der Quote bis zum Sommer etwa 306 Plätze in der U-3-Betreuung ausgewiesen werden. Heiko Brodermann, der in der Sitzung den ersten Kindergartenbedarfsplan der Stadt vorstellte, geht davon aus, dass diese Zahl an Plätzen dauerhaft vorgehalten werden muss. Das gilt auch, wenn die Anzahl der Kinder sinkt. Die Quote wird sich vermutlich parallel erhöhen. Ausgleich will die Stadt auch dadurch schaffen, dass eben die Zahl der Kindergartenkinder insgesamt abnimmt und ihre Plätze für die U-3-Betreuung umgewandelt werden können. Im Jugendamt glaubt man übrigens nicht, dass das Betreuungsgeld – sollte es tatsächlich kommen – spürbaren Einfluss nehmen wird. Der Beigeordnete Schönfelder wies darauf hin, dass die Zahl der Eltern junger Kinder, die beide berufstätig sind, steigt – auch im ländlichen Raum. Daran werde das Betreuungsgeld nichts ändern. FRAGE DES TAGES

Quelle: RP
 
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