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Nettetal
Große Freude an kleinen Eisenbahnen

Nettetal: Große Freude an kleinen Eisenbahnen
Richard Nolde, Mitglied im Modelleisenbahnverein Rokal-Freunde Lobberich, zeigt stolz eine Anlage, die bei der Ausstellung im Hinsbecker Parkstübchen präsentiert wurde. FOTO: J. Knappe
Nettetal. Bei der Ausstellung zum Tag der Modelleisenbahn kamen die Freunde der Mini-Züge auf ihre Kosten: Sammler aus ganz Deutschland und den Niederlanden präsentierten Anlagen, deren Züge in Filigran-Arbeit gefertigt wurden Von Heinz Koch

Zahlreiche historische Modellbahnen, die es in dieser Fülle bisher noch nicht zu sehen gab, hatte Ralf Nolde von den Rokal-Freunden Lobberich für eine Ausstellung im Parkstübchen Hinsbeck zum deutschlandweiten "Tag der Modelleisenbahn" zusammengetragen. Diese wurden in den 1960er Jahren von den Modellbau-Experten Manfred R. Lünenschloss und Walter Diller für die Firmen Arnold und Rokal als Ausstellungsanlagen erstellt. Sieben Lünenschloss- und eine Diller-Modellanlage wurden gezeigt. Die Aussteller kamen aus ganz Deutschland und den Niederlanden.

Die Anlagen sollten ursprünglich bei Messen oder bei Händlern ausgestellt werden; damit sollte das Interesse der Kinder geweckt werden. Hinzu kamen zahlreiche Anlagen für andere Modellbahn-Hersteller wie Minitrix (Spur N) und Rokal (Spur TT - 12 mm). Später wurden diese Arnold-Schauanlagen von Walter Diller in Sulzburg produziert.

Viele dieser historischen Anlagen wurden beim Tod von Lünenschloss 2012 in desolatem Zustand auf dessen Speicher gefunden. Die Käufer haben sie nach und nach liebevoll hergerichtet. "Ziel ist immer, die Anlage möglichst historisch getreu wiederherzustellen", sagt Ralf Nolde. Doch Originalteile, besonders Schienen und Weichen, sind nur schwer zu bekommen. "Das geht fast nur noch über Händler in den USA", so Rene Pfeiffer aus Trier, der zwei Lünenschloss-Anlagen präsentierte.

Die älteste Lünenschloss-Anlage von 1961/62 wurde von Kurt Deutschland aus der Nähe von Montabaur ausgestellt - eine Arnold-rapido-Ausstellungsanlage für die Spielzeugmesse in Nürnberg im Format 2 x 0,6 Meter mit vier Loks. Neben den fünf Arnold-Anlagen wurden auch drei Rokal TT-Schauanlagen aus den 1960er Jahren gezeigt. "Viele alte Loks blieben erhalten, weil man sie als attraktive Briefbeschwerer nutzte", erzählt Frank Kleffel aus Siegburg lachend.

Herausragend: eine Anlage von Sip Hartmann aus dem niederländischen Raalte, die mit niederländischen Eisenbahn-Modellen bestückt war. Die Wagen bestanden aus Sperrholz mit einer Dicke von einem Millimeter, an dem von Hand Fenster und Türen ausgesägt worden waren. Etwa etwa 0,3 Millimeter starke Fensterunterteilungen blieben stehen - eine ungemein filigrane Handarbeit. Angefertigt hat diese Wagen in den 1960/70er Jahren Pit Kessels aus Helden. "Mein Vater stellte rund 800 Stück her, wobei nur zwei Mal die Fensterstege herausbrachen", schildert Hans Kessels aus Blerik. Eine weitere Besonderheit zeigten Sip Hartmann und Marcel Nenting aus Gouda von den Rokal-Vrienden Nederland. Sie bauten nach einer undeutlichen Kopie eines alten Rokal-Prospekts eine in zwei Etagen hergestellte Anlage nach. Sie war für die Spielzeugmesse 1960 in Nürnberg bestimmt. "Es soll alles mit Original-Gleisen und Weichen entstehen", so Nenting. "Auch die Regler und Stecker sind noch Original Rokal."

Bis zum 17./18. März 2018, wenn im Hinsbecker Parkstübchen die Multi-Jubiläumsveranstaltung "4. Total Rokal 2018" geplant ist, soll die Anlage fertig sein und erstmals ausgestellt werden.

Quelle: RP
 
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