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Nettetal
Große Hilfsbereitschaft für die Flüchtlinge

Willkommenskultur: Diese Menschen helfen Flüchtlingen
Willkommenskultur: Diese Menschen helfen Flüchtlingen FOTO: RP
Nettetal. Am "Runden Tisch" in Hinsbeck nahmen weit mehr Menschen Platz, als die Organisatoren erwartet hatten. Am Ende hatte die Flüchtlingshilfe viele Zettel mit Adressen und Hilfsangeboten gesammelt. Von Manfred Meis

Die Bereitschaft, den seit einer Woche in der ehemaligen Lobbericher Hauptschule untergebrachten Flüchtlingen in irgendeiner Weise zu helfen, ist groß. Das wurde sichtbar beim "Runden Tisch", zu dem die Nettetaler Flüchtlingshilfe kurzfristig am Sonntagnachmittag ins Hinsbecker Jugendheim eingeladen hatte. "Ich bin überwältigt von dem Interesse", sagte Vorsitzender Ralf Schröder, der immer wieder neue Stühle für die Sitzrunde heranschaffen musste. Mit vielleicht 30 Personen habe er vorsichtig gerechnet, es wurden mehr als doppelt so viele.

Wer kann mit ihnen durch Lobberich spazieren gehen? Wer spielt mit ihnen Fußball oder Tischtennis? Wer kann einen Fahrdienst anbieten? Wer hilft mit bei der Verteilung von Bekleidung? Um Antworten auf diese Fragen geht es zunächst einmal für die 150 meist jungen Männer aus Syrien, Afghanistan, Pakistan, Bangladesh oder Somalia. Wie lange sie in der Notunterkunft bleiben, weiß noch niemand zu sagen, erläuterte Ina Prümen-Schmitz. Aber damit ihnen nicht das Dach auf den Kopf falle, suchten sie eine Beschäftigung. "Sie wollen gern etwas Sinnvolles tun, auch sich für andere einsetzen", hat sie aus Gesprächen erfahren, die schwierig genug sind, da nur wenige etwas Englisch sprechen, die meisten nur ihre Muttersprache Farsi oder Urdu beherrschen. Deshalb werden immer wieder Leute gebraucht, die übersetzen können.

In vier Arbeitsgruppen werden Einzelthemen besprochen. Zum Schluss sammelten die Mitglieder der Flüchtlingshilfe eine ganze Menge Zettel mit Adressen und konkreten Hilfsangeboten ein. "Wir müssen jetzt sortieren und dann organisieren", zog Schröder Bilanz, denn aus Sicherheitsgründen sind spontane Aktionen nicht möglich. Der Stadtsportverband will sich in den nächsten Tagen ebenfalls einbringen, hatte er erfahren, "das müssen wir koordinieren". Dies gilt auch für Sprachunterricht, damit die Flüchtlinge zumindest einige Worte Deutsch lernen, um sich verständlich machen zu können. Dass die Menschen außerordentlich dankbar sind für diese Hilfe, hat Anni Thielen (Lobberich) erfahren, die bei den schon laufenden Sprachkursen für die 320 in Nettetal untergebrachten Flüchtlingen mithilft, vor allem auch bei den Hausaufgaben Tipps gibt. "Es macht große Freude, kleine Fortschritte zu beobachten".

Die Flüchtlingshilfe möchte alle Unterkünfte internetfähig machen, da die meisten Flüchtlinge nur so eine Verbindung zu ihren Verwandten in der Heimat herstellen können. Peter Lehnert (Tel. 02157 12 49 862) sucht dazu noch Sponsoren und bietet Unternehmen eine Verlinkung zu ihrem eigenen Auftritt an. "Internet ist wichtig für die Bewohner und hilft bei der Integration", ist er überzeugt.

Informationen: www.fluechtlingshilfe-nettetal.de und E-Mail: rt.schroeder@web.de

Quelle: RP
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