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Nettetal
Grundschüler üben den Notfall

Nettetal. Die Erarbeitung eines Krisenkonzepts ist Aufgabe jeder Schule. Die KGS Lobberich hat dies als Chance für mehr aufgefasst: miteinander zu lernen und die eigenen Stärken zu nutzen

Alles begann vor etwa einem Jahr. Damals beschloss die Bezirksregierung Düsseldorf, dass jede Schule einen Notfallordner besitzen muss. Darin enthalten sind alle wichtigen Informationen über Krisen und Notfälle an Schulen. Die Katholische Grundschule (KGS) in Lobberich entwickelte daraufhin ein Krisenkonzept in Form eines Modellprojektes, das jetzt erfolgreich abgeschlossen wurde. Mit ins Projekt einbezogen, wurden die örtliche Polizei, Feuerwehr und der Rettungsdienst sowie das Schulamt, Schulpsychologen und Notfallseelsorger. "Die Zusammenarbeit hat gezeigt, wie wertvoll vernetztes Arbeiten ist", sagte Schulleiterin Susanne Dückers. Zum Abschluss des Projekts probten jetzt die Schüler mit ihren Helfern den Ernstfall.

Als erstes versammelten sich alle Schüler mit ihren Lehrern in der Turnhalle. Dort stellten sich die externen Helfer, die in den vergangenen Wochen beratend zur Seite standen, den Kindern vor. Sie berichteten von ihrer Arbeit und erläuterten den Kleinen, wer, mit welcher Aufgabe in Notfällen für sie zuständig ist. Den Schülern war es wichtig, dass sie von eigenen Notfallerlebnissen aus ihrem Leben berichten konnten. "Neue Informationen mit dem eigenen Leben in Beziehung zu bringen, ist ein wichtiger Lernschritt", erläuterte Sabine Rau, leitende Notfallpsychologin der Stadt Düsseldorf.

Anschließend folgte die Notfallübung zum Thema Unfall auf dem Schulhof. Ein Krankenwagen mit Blaulicht sorgte für eine authentische Kulisse. Trotz allen Vorüberlegungen gab es dennoch Überraschungen, die flexibles Handeln und vertraute Teamarbeit nötig machten: Plötzlich funktionierte die Sprechanlage nicht und die Notfalltelefonnummer der anzurufenden Eltern war falsch hinterlegt. Durch die realistische Darstellung aller Handlungsschritte erhöhte sich der Stresspegel bei allen Beteiligten. Letztlich wurden die "Verletzten" aber gut versorgt und betreut.

Am nächsten Schulmorgen besuchten die beiden Nachwuchsschauspieler gemeinsam mit der Schulleiterin alle Klassen der KGS Lobberich, um die Eindrücke des vergangenen Tages auszutauschen. Zudem wurde noch einmal den Schülern verdeutlicht, dass es nur eine gespielte Übung war.

Nun fühlt sich die Schule am See für Notfälle und Krisen gerüstet. Die einstudierten Routineabläufe bieten allen Beteiligten mehr Sicherheit. An diesem Ziel hat die KGS Lobberich erfolgreich gearbeitet. Das Kollegium ist sich einig: "Die Auseinandersetzung und die Konzepterarbeitung haben sich gelohnt, weil wir als Team weiter gewachsen sind." Schulleiterin Susanne Dückers ergänzte: "Einen Notfall brauchen und wollen wir aber natürlich auf keinen Fall."

(cboe)
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