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Nettetal
Gummibärchen nach dem Gottesdienst

Nettetal: Gummibärchen nach dem Gottesdienst
Die neue Pfafferrin von Lobberich-Hinsbeck, Elke Langer. FOTO: Burghardt
Nettetal. Im Gottesdienst zur Einführung in ihr Amt als Pfarrerin von Lobberich-Hinsbeck nannte Elke Langer Teamarbeit und Ökumene als wichtige Grundpfeiler ihres Wirkens. Von Joachim Burghardt

Ihr Wort in Gottes Ohr: "Ich wünsche mir, dass wir uns alle mit unseren Gaben zur Gemeindeleitung einbringen", predigte Elke Langer. Auf Gemeinschaft und Miteinander setzte sie im Gottesdienst zur offiziellen Einführung als Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Lobberich-Hinsbeck am Sonntagnachmittag. Und sie bekam gleich viel Zuspruch, nicht nur aus der Gemeinde.

"Geduld, Genauigkeit, Gelassenheit" nannte Langer als drei Prinzipien, um etwas zu bewegen in der Gemeinde, die Superintendent Burkhard Kamphausen zuvor als "Weinberg des Herrn" bezeichnet hatte: "Sie sind hier nicht allein", machte der Chef des Kirchenkreises Krefeld-Viersen der Neuen Mut vor manchen Herausforderungen. Und die stellten sich nicht nur im Weinberg der Kirchengemeinde, sondern auch in der Bürgergemeinde.

Ob aus Kirche oder Kommune - viele waren gekommen, den lebendigen Gottesdienst mitzufeiern und mitzugestalten, der Pfarrerin Segenswünsche zu übermitteln, ihr zu gratulieren zum neuen Amt. In der übervollen Kirche ging's ebenso besinnlich wie fröhlich zu. Es waren die vielen Grüppchen und Gruppen, von Konfirmanden bis zu Prädikanten, die für die Vielfalt der Gemeinde wie der liturgischen Feier standen.

Da sangen die Jungen und Mädchen der Kita Löwenzahn von den "Kindern dieser Welt", überreichten Langer Blumen. Das "Halleluja" von Leonhard Cohen brachte ein Duo der sonst mehrköpfigen Band Acoustic Lounge aus Kamp-Lintfort, Langers vorheriger Wirkungsstätte, zu Gehör. Das Rook Ensemble bot Klassisches, die Gemeinde sang "Geh unter der Gnade, geh mit Gottes Segen".

Das Segnen stand überhaupt im Mittelpunkt des Gottesdienstes. Superintendent, Presbyter und Vertreter der katholischen Kirche, evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer wünschten Langer Gottes Segen, legten ihr die Hände auf, umarmten sie - Sinnbilder der Gemeinschaft im Volk Gottes.

Mitglieder der griechisch-orthodoxen und der islamischen Gemeinde waren gekommen, für die neue Pfarrerin willkommener Anlass, auf das Miteinander der Religionen und Konfessionen, auf die Ökumene als ihr Herzensanliegen einzugehen. Ein "Einheitsbrei" bringe dabei nichts: "Wir brauchen eine Wertschätzung dieser Traditionen!"

Ihr selbst wird Wertschätzung offensichtlich schon nach wenigen Wochen entgegengebracht; seit November ist Langer Pfarrerin von Lobberich und Hinsbeck: viel Andrang bei der anschließenden Feier im Gemeindesaal. Auch Bürgermeister und Ortsvorsteher, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Vertreter der Flüchtlingshilfe machten ihre Aufwartung. Glückwünsche, Geschenke - lang die Reihe der Gratulanten. Langer bewies dabei, dass sie die drei Prinzipien selbst beherrschte, von denen sie gepredigt hatte: Mit Genauigkeit hörte sie zu, mit Gelassenheit nahm sie manchen Scherz, mit Geduld brachte sie für jeden Zeit auf.

Stand Elke Langer bei der Einführung als Pfarrerin noch allein im Mittelpunkt, setzt sie künftig auf Teamarbeit, versprach im Gottesdienst, "Kompetenzen aufzuteilen". Einen besonderen Schwerpunkt machte sie dabei deutlich: Solidarisch mit der Internet-Aktion "Hashtag Gummibärchenbande", die sich gegen rechte Hetze gegenüber Flüchtlingen wendet, ließ Elke Langer symbolisch kleine Geschenke an alle Gäste verteilen - Gummibärchen.

Quelle: RP
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