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Nettetal
Guter Start für "Nettetaler Schulweg"

Nettetal. Die Gesamtschule und die Realschule kooperieren miteinander. Jetzt nehmen sie an einem Pilotprojekt teil Von Joachim Burghardt

Große Beachtung findet das Modell "Nettetaler Schulweg" weiterführender städtischer Schulen, von denen seit diesem Schuljahr zwei kooperieren: die Gesamtschule in Breyell und die Realschule in Kaldenkirchen. Die Gesamtschule gehört mit ihrem Inklusionsmodell und ihrer Vernetzung mit der Wirtschaft zu den Bundessiegern im Wettbewerb "Starke Schule". Gemeinsam mit der Realschule als Partner nimmt sie jetzt am Pilotprojekt "Entwicklungspartnerschaft" teil. Ziel ist es, sich konkrete gemeinsame Handlungsfelder zu erarbeiten und eng miteinander zu kooperieren.

"In die Auswahl sind aus ganz Deutschland lediglich sechs sogenannte Tandems gekommen. Toll also, dass wir dabei sind", sagt Gesamtschulleiterin Angelika Eller-Hofmann. Auch die konkrete Kooperation vor Ort sei intensiv angelaufen: "Wir arbeiten zum Beispiel schon in Fachkonferenzen zusammen, und auch die Schülervertretungen sind bereits vernetzt."

Ihr Kollege Joachim Sczyrba, Leiter der Realschule, ergänzt: "Auch wenn unsere Schule mit 500 Schülern nur halb so groß ist, sehen wir uns doch als Partner. Wir profitieren beide gegenseitig von der Kooperation."

Dass diese Kooperation nun gar als Modellprojekt gefördert wird, war zunächst nicht abzusehen: "Wir wissen, dass wir auch kritisch beäugt werden", deutet Eller-Hofmann an und verweist auf die Vorgeschichte.

Denn als im vergangenen Jahr feststand, dass die Hauptschule in Kaldenkirchen keine neuen Schüler mehr aufnimmt und ausläuft, gab es Vorschläge, auch die Realschule zu schließen und stattdessen eine Dependance der Gesamtschule in Kaldenkirchen zu eröffnen. Nach heftigen politischen Diskussionen, Elternbefragungen und Statements der Schulleiter beschloss der Schulausschuss im November 2015 das als "Nettetaler Schulweg" bezeichnete Modell: Als weiterführende Schule bleiben das Werner-Jaeger-Gymnasium, die Gesamtschule und die Realschule erhalten. Kinder mit Hauptschulempfehlung werden zu gleichen Teilen von der Real- und Gesamtschule aufgenommen, beide Einrichtungen kooperieren.

Die Fraktionen von WIN und AfD allerdings gehörten zu den Kritikern dieser Alternative und stimmten gegen den Beschluss. Dazu Sczyrba heute: "Von Schuldezernent Armin Schönfelder und überhaupt von der Stadt fühlen wir uns auf diesem Weg gut unterstützt." Auch die Anerkennung als "Starke Schule" mit dem Modell "Entwicklungspartnerschaft" sei eine Bestätigung. Dahinter stecken übrigens die gemeinnützige Hertie-Stiftung, die Bundesagentur für Arbeit, die Deutschen Arbeitgeberverbände, die Stiftung Deutsche Bank und die Kultusministerien der Länder.

Quelle: RP
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