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Nettetal
Hänsel und Gretel "verirrten" sich nach Nettetal

Nettetal. Die Aufführung der Kreismusikschule von Humperdincks Märchenoper begeisterte in Lobberich. Von Gert Holtmeyer

"Ist jemand hier, der das Märchen von Hänsel und Gretel nicht kennt?" Die Frage an die vielen Kinder war wohl doch eher rhetorischer Natur; natürlich wussten alle, was sie inhaltlich erwartete. Allerdings: die "Märchenmusik" kannten nicht alle. Da bot die Veranstaltung der Kreismusikschule in Lobberich eine gute Gelegenheit, die beliebte Oper von Engelbert Humperdinck kennen zu lernen.

Geschickt hatten die Verantwortlichen die Aufführung auf die vorhandenen Möglichkeiten zurechtgeschnitten. Für die Kinder im Vor- und Grundschulalter wäre die komplette Oper zu lang geworden; für die Werner-Jaeger-Halle wäre die vom Komponisten vorgesehene Orchestergröße zu klein gewesen. So machte es Sinn, die von Humperdinck selbst angefertigte Orchestersuite mit den originalen Vokalbeiträgen zu kombinieren und das Ganze konzertant aufzuführen. Projektionen mit Bildern von Wald, Eltern- und Hexenhaus sorgten für optische Abwechslung. Die nützlichen Erläuterungen übernahm Georg Cremer. Er ist im Hauptberuf Gitarrenlehrer an der Kreismusikschule und verfügt dazu über eine sonore Erzähler-Stimme.

Wiederhören oder Kennenlernen der einschmeichelnden Weisen machte Kindern, Eltern und Großeltern viel Freude. Auch mehr als 120 Jahre nach der Uraufführung (1893 in Weimar) haben Melodien wie "Suse, liebe Suse", "Brüderchen komm tanz mit mir", "Ein Männlein steht im Walde" und "Abends, will ich schlafen gehn" ihren Reiz nicht verloren. Hervorragend waren die Beiträge aus der Gesangsklasse von Stefanie Kunschke. Dort sind so viele ausgezeichnet ausgebildete Sängerinnen versammelt, dass die Partien von Hänsel und Gretel gleich mehrfach besetzt wurden. Als Gretel beeindruckten abwechselnd Neele Günnel, Katharina Mewissen und Isabella Viola, als Hänsel Caroline de Vos und Rosheen Spiess, als Sandmann Nicole Pereira-Feitenhansel und, mit tiefer Männerstimme, Hendrik Günnel als Vater.

Tadellos einstudiert waren auch die beiden Chöre: der Kinderchor "Die Spatzen" (in reizenden Engel-Kostümen) und der Chor der Kreismusikschule. Von der etwas unscharfen Intonation einmal abgesehen, bewährte sich das Jugendsinfonieorchester als zuverlässiges Begleit-Ensemble. Als musikalischer Gesamtleiter garantierte Georg Klinkenberg die Harmonie zwischen Sängerinnen und Orchester. Für den begeisterten Beifall bedankten sich die Bühnen-Akteure mit einer Da-Capo-Zugabe und gaben ihrem Publikum den "Abendsegen" mit auf den Heimweg.

Quelle: RP
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