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Nettetal
Hans Cabooter will im Sommer loslegen

Nettetal. Der Venloer Logistik-Unternehmer erläuterte SPD-Politikern seine Pläne — und Probleme mit den Behörden Von Ludger Peters

Im Sommer will Hans Cabooter "80 bis 90 Prozent der DSV-Frans-Maas-Fläche vermietet" haben, gleichzeitig werden die ersten Züge den Railterminal Kaldenkirchen verlassen. Davon ist der Logistik-Unternehmer fest überzeugt, auch wenn er weiterhin mit der Gründlichkeit und den Verwicklungen deutscher Behörden kämpft. "Rückwind" könnte er mit Hilfe der SPD bekommen - wenn denn der Arm der Politik stark und lang genug ist, Dinge zu regeln.

Ob die SPD-Bundestagsfraktion allerdings Antragsverfahren und die komplexen Verflechtungen der Deutschen Bahn und ihrer zahlreichen Unternehmungen soweit beschleunigen kann, wie Cabooter das gerne hätte, ließen die Bundestagsabgeordneten Udo Schiefner und Achim Post lieber unbeantwortet. Helfen wollen sie in jedem Fall, wie Post versicherte. Er steht an der Spitze der NRW-Landesgruppe und bereist zurzeit das Land, um "besondere Projekte" kennenzulernen, wie er gestern in Kaldenkirchen berichtete. Heute sitzt er mit Garrelt Duin (SPD) in Düsseldorf zusammen. Dem Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk will er das grenzüberschreitende Projekt Cabooters wärmstens ans Herz legen.

Er wird dann auch all die Probleme ansprechen, die die Einheit innerhalb der EU noch so stark behindern. Cabooter nannte mehrere Beispiele aus dem Steuerrecht, vor allem aber aus dem Arbeitsrecht, die das freie Unternehmertum und den Arbeitsmarkt im Schengen-Raum beeinträchtigten. Vor allem Arbeitnehmer liefen Gefahr, Sozialleistungen zu verlieren, wenn sie über die Grenze hinweg arbeiten.

Am weitesten gediehen sind die Arbeiten auf dem früheren DSV-/Frans-Maas-Gelände zwischen Poststraße und Güterbahnhof. Das Logistik-Unternehmen Wetron aus Weert ist hier schon aktiv, eine Reparaturwerkstatt für Waggons und Trailer soll schon bald hier einziehen. Ein Teil der Fläche ist an Trinkgut verkauft.

Der heimische SPD-Abgeordnete Udo Schiefner ist Verkehrspolitiker auf Bundesebene. Er bot an, sich um einen Runden Tisch zu bemühen, an dem Vertreter der verschiedenen DB-Unternehmen, des Eisenbahnbundesamtes und der beteiligten Behörden das Paket schnüren und gebündelt lösen sollten. Das Angebot galt auch ausdrücklich der Stadt Nettetal, die sich große Mühe gibt, den Railterminal zu verwirklichen.

Dies unterstrich Wirtschaftsförderer Dietmar Sagel ebenso wie die technische Beigeordnete Susanne Fritzsche. Ihre Vorstellungen für einen P+R-Platz am Herrenpfad mit barrierefreiem Zugang zum Personenbahnhof teilt Cabooter nicht. Da sei sie nach seiner Meinung zu optimistisch, sagte er. Aber die Dezernentin will vorankommen. Nettetal ist mit der Modernisierung des Bahnhofs Kaldenkirchen in ein vorrangiges Förderprogramm aufgenommen worden, es hake bei der Deutschen Bahn, klagte sie. Die Stadt sei mit einer sechsstelligen Summe in Vorleistung gegangen, jetzt müsse endlich die DB ihre Aufgaben machen.

Auch hier hörten Schiefner und Post aufmerksam zu. Nicht entgehen konnte ihnen zu Beginn des Ortstermins, dass Cabooter sich seit geraumer Zeit mächtig über den Dreck und Abfall auf dem Gelände und der Zufahrt zum Bahnhof ärgert, die außerdem tiefe Schlaglöcher ausweist. Der Unternehmer ist sehr erbost, dass sich dafür niemand verantwortlich fühlt und immer neuer Dreck dazukommt. "Wir legen Wert auf Sauberkeit und reinigen ständig Flächen, mit denen wir nichts zu tun haben."

Quelle: RP
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