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Nettetal
Heinz Peeters ist seit 80 Jahren Mitglied des TSV Kaldenkirchen

Nettetal. Mit nur zehn Jahren trat Peeters 1936 in einen der TSV Vorgänger-Clubs ein. Obwohl er im Weltkrieg ein Bein verlor, blieb er dem Verein stets treu Von Heiinz-Willi Schmitz

Achtzig Jahre Mitglied im TSV Kaldenkirchen: Da gab es für Heinz Peeters langanhaltenden Beifall, als der TSV-Vorsitzende Paul Schrömbges meinte, "manche werden gar nicht so alt wie Heinz Peeters Mitglied bei uns im Verein ist". Im Gespräch mit unserer Redaktion erinnerte sich der Jubilar unter anderem an den Vater von Paul Schrömbges. Denn der verstorbene Erich Schrömbges, im gleichen Jahr geboren wie Heinz Peeters, war viele Jahre sehr aktiv im Vorstand des TSV Kaldenkirchen.

Heinz Peeters wurde 1936 im Alter von zehn Jahren Mitglied beim damaligen Turnverein 1885, der am 9. Dezember 1945 mit dem Spielverein 07 zum TSV 1885/07 fusionierte. Er erinnert sich lebhaft an die Turnstunden im Saal des Kaiserhofes an der Jahnstraße. Etwa 60 Kinder und Jugendliche übten dort mit dem Stab, an Reck, Barren und Pferd. In dem Jahr, als er Mitglied wurde, gab es Klagen über das Nichtheizen des Saales. Im Protokoll der Vorstandssitzung vom 28. November 1936 ist nachzulesen: "Mit dem Vereinswirten Merle wurde über die Heizung des Saales gesprochen. Aus Sparsamkeitsgründen traf man folgendes Ergebnis. In den Wintermonaten finden die Übungsstunden an zwei Abenden in der Woche statt, dann soll der Ofen aber auch tatsächlich brennen."

Die Wanderung am Himmelfahrtstag führte ins Hinsbecker Seengebiet. Die beliebte Erbsensuppe fehlte nicht. Denn es waren gestiftet worden: Fünf Pfund Speck und siebzehn Pfund Erbsen. In der Spenderliste findet man die Namen Pelters, Kauwertz, Küppers, Grüters, Lueb.

Heinz Peeters wurde als jüngstes von sechs Kindern in Kaldenkirchen am 5. April 1926 geboren. Der gelernte Einzelhandelskaufmann wurde mit 17 Jahren zum Reichsarbeitsdienst eingezogen, der Wehrdienst folgte und mit 18 Jahren verlor er im Hürtgenwald ein Bein. Er blieb Mitglied im TSV, in dem er neben Turnen - besonders gerne erinnert er sich an den Übungsleiter Karl Brassler, den alte Kaldenkirchener als Spitzenturner in Erinnerung haben - auch Leichtathletik betrieben hatte, obwohl dieses Sporttreiben nicht mehr möglich war. "Eine Behinderten- oder Versehrtensportabteilung gab es nicht, aber ich blieb dem Verein treu."

Dazu gehörten auch etliche Jahre, in denen er mit Ehefrau Edeltrud, mit der er mehr als 60 Jahre verheiratet ist, und Tochter zu Auswärtsspielen fuhr. Ehefrau "Eku" erinnert sich an eine nette Begebenheit bei einem Spiel im Raum Kleve, als sie mit der Tochter Gabi den nahe gelegenen Kirmesmarkt besuchte, wo bei der Verlosungsbude eine Puppe, "Schlonzen-Leila", wie Eku Peeters sie nennt, einer der Hauptpreise war. Es standen nur fünfzig Pfennig zur Verfügung. Ein Glückslos reichte. "Schlonzen-Leila" ging in das Eigentum der Familie über.

Heinz Peeters gehörte dem Rat der Stadt Kaldenkirchen und Nettetal an, sein Schwerpunkt lag in der Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender der Baugesellschaft. Er ist noch sehr fit, unter anderem wird jeden Morgen im Hallenbad, seitdem es dieses in Kaldenkirchen gibt, geschwommen.

Quelle: RP
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