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Nettetal
Im Happelter gedeihen die Orchideen

Nettetal: Im Happelter gedeihen die Orchideen
Betriebschef Josef Beeren (l.) zeigte gestern den CDU-Abgeordneten des Kreises Viersen und Vertretern des Landesverbands Gartenbau seinen Betrieb im Happelter. Auf 11.000 Quadratmetern wachsen dort unter Glas überwiegend Orchideen, aber auch verschiedene Chili-Sorten. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Nettetal. Der Gartenbaubetrieb von Josef Beeren zieht in Kulturen filigrane Orchideen in allen Farben. CDU-Abgeordnete aus dem Kreis Viersen sahen sich gestern die Gewächshäuser an und ließen sich erklären, wie dort gearbeitet wird Von Birgitta Ronge

Der winzige Topf ist gerade so groß wie ein Eierbecher. Im feuchten Substrat, das von einem Kunststoffkörbchen gehalten wird, steckt eine kleine Orchidee. Noch hat sie keinen Stiel und keine Blüten, nur grüne Blätter, die wie ein Fächer nach oben wachsen. Allein ist die kleine Orchidee bei weitem nicht: So weit das Auge reicht in diesem Gewächshaus, stehen die Mini-Pflanzen dicht an dicht. 15 Monate alt sind die 18.000 Neuzugänge, die aus den Niederlanden in den Gartenbaubetrieb von Josef Beeren in Nettetal geliefert wurden. Im Happelter führt er den Betrieb Orchideen Beeren, den seit Vater 1973 eröffnete, in zweiter Generation.

Unter dem Motto "Politik trifft Gartenbau" unternahmen die CDU-Abgeordneten aus dem Kreis Viersen gestern eine kleine Reise von Nettetal nach Kempen: In Nettetal sahen sie sich den Betrieb Beerens an, ließen sich erklären, wie Orchideen und weitere Pflanzen, darunter Chili, Enzian und Zimt, gezogen werden, danach ging es weiter zur Baumschule Höfkes nach Kempen. Dabei waren Vertreter des NRW-Landesverbands Gartenbau - der Verband vertritt den Berufsstand gegenüber Regierung und Parteien, anderen Berufsgruppen und Verbrauchern.

Die kleinen Orchideen, die bei Beeren im Gewächshaus stehen, werden zwölf bis 18 Monate in Nettetal bleiben. Im Laufe der Zeit werden sie in andere Gewächshäuser gebracht werden, unterschiedlichen Temperaturen ausgesetzt werden. Gedeihen beispielsweise junge Phalaenopsis-Orchideen derzeit noch bei 28 Grad Celsius, werden sie es bei 18 Grad Celsius aushalten müssen, wenn sie groß geworden sind. "Kälte und Licht sind entscheidend für die Rispenbildung", erklärt Betriebschef Beeren. Wer die Orchideen berührt, muss vorsichtig sein. Filigrane Blüten scheinen über den zierlichen Stängeln zu schweben.

Viel Aufmerksamkeit benötigt auch der Enzian - die blau blühende Schnittblume wird beispielsweise für Sträuße verwendet. Der Enzian sei sehr schwierig in der Kultur, erklärt Beeren, "je nach Wetter bekommen die Pflanzen drei bis vier Mal täglich Wasser".

Den überwiegenden Teil seiner Pflanzen liefert der Gartenbaubetrieb Beeren an Landgard, Vermarktungsunternehmen für den Gartenbau. Dort kaufen Groß- und Einzelhändler Topfpflanzen, Schnittblumen, Obst und Gemüse ein. Ohne Landgard ginge es nicht, sagt Beeren, "in dieser Größenordnung könnten wir die Ware nicht selbst vermarkten". Um die Pflanzen in den rund 11.000 Quadratmeter umfassenden Gewächshäusern und auf drei Hektar Freilandfläche kümmern sich neben Beeren acht feste Mitarbeiter, drei Aushilfen und etwa fünf Saisonarbeitskräfte. Sie stecken auch die kleinen Stangen in die Töpfe, an denen die Blütenstiele mit Klämmerchen festgehalten werden, ziehen Topf und Pflanze eine Klarsichtfolie über. So gelangen die Orchideen dann in den Handel.

Quelle: RP
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