| 00.00 Uhr

Nettetal
Immer dasselbe Spielchen: WIN gegen den Rest der Welt

Nettetal. Die WIN-Fraktion setzt ihren seit Monaten anhaltenden Kreuzzug gegen das vermeintliche Bildungsbürgertum unvermindert fort. Was sie damit konkret bezweckt, ist allerdings nicht erkennbar. Fraktionsvorsitzender Hajo Siemes richtete jedenfalls jetzt die Frage an den Finanzausschuss, wie hoch die Stadt eine Karte im Kulturprogramm subventioniert. Der Finanzrahmen für Verträge für die Gastspiele sei von 150.000 auf 200.000 Euro angehoben worden, und die Stadt übernehme System- und Vorverkaufsgebühren im Ticketing.

Siemes musste sich von Armin Schönfelder belehren lassen. Die Anhebung sei haushaltstechnisch der Ehrlichkeit geschuldet, aber kein Freibrief für entsprechend höher dotierte Verträge. Und die Nebenkosten des Vorverkaufs übernehme die Stadt jetzt, um mehrere Preissprünge zu vermeiden. Denn eine demnächst sanierte Werner-Jaeger-Halle werde unweigerlich zu Preiserhöhungen führen.

Der Erste Beigeordnete lehnt es ab, eine pauschale Subventionssumme, umgerechnet auf das gesamte Programm, zu nennen. Die Stadt hat nach seinen Angaben in der vergangenen Saison für ein konkretes Gastspiel 18,34 Euro zugeschossen, bei einer anderen Veranstaltung aber 5,46 Euro "Gewinn" erlöst. Nach Auffassung der Verwaltung sei es sinnvoller, für jede Veranstaltung eine Rechnung zum Zuschussbedarf oder auch zum Überschuss aufzumachen, meinte Schönfelder.

Weil die Werner-Jaeger-Halle sowohl Kulturtempel als auch Schulaula des Werner-Jaeger-Gymnasiums ist, lassen sich keine scharfen Abgrenzungen für die Kosten vornehmen. Die Stadt weist dem Kulturprogramm und der Schule rein rechnerisch jeweils die Hälfte des Aufwandes zu. "Wir können unmöglich haargenau feststellen, welche Kosten der Schule und welche dem Kulturetat zugeordnet werden", sagte Schönfelder.

Außerordentlich verärgert zeigte sich über den neuerlichen Vorstoß der WIN-Fraktion auf den Bildungs-Etat der Stadt Renate Dyck (SPD). Die Vorsitzende des Kulturausschusses warf Siemes vor, er wolle das Programm aushöhlen. Im bunten Strauß der Sparvorschläge sei ja auch die Streichung einer Abonnementreihe aufgeführt. "Ich warne eindringlich vor der Diskussion, das Kulturangebot zu verringern, um Kosten zu sparen. Das ist wie das Fliegenpilz-Essen. Das macht man auch nur einmal. Wir sollten mindestens das Angebot halten", sagte sie.

Dyck warf der WIN-Fraktion indirekt auch vor, sich nicht wirklich mit dem Thema befasst zu haben. Wenn man der Konsequenz der Wählergemeinschaft folge, müsse man auch den Zuschussbedarf beispielsweise für Kindertagesstätten oder für Sportanlagen berechnen. "Auf die Idee kann man doch gar nicht kommen, um einen Haushalt zu sanieren." Nettetal betrachte sich als kinder- und familienfreundlich, werbe für sich als Sportstadt. "Es steht Nettetal auch gut, Kulturstadt zu sein."

(lp)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Nettetal: Immer dasselbe Spielchen: WIN gegen den Rest der Welt


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.