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Nettetal
In der Niedieckstraße staut sich Ärger

Nettetal: In der Niedieckstraße staut sich Ärger
Unter Anwohnern und Geschäftsleuten in der Niedieckstraße wächst die Ungeduld. Die Arbeiten haben sich deutlich verzögert. Die Menschen haben den Eindruck, dass ihre (existenziellen) Sorgen nicht ernst genommen werden. FOTO: Busch
Nettetal. Einige Bürger haben es aufgegeben, sich mit dem Kreis und dem ausführenden Unternehmen auseinanderzusetzen. Sie fühlen sich nicht ernst genommen. Bürgermeister Christian Wagner bat diesmal in Lobberich zur "Nette-Runde". Von Ludger Peters

Es gibt nicht sehr viel auszusetzen am Leben in Lobberich. Etwa 35 Bürger, unter ihnen zur Hälfte Politiker und Verwaltungsmitarbeiter, besuchten im Hotel Stadt Lobberich die "Nette-Runde", zu der Bürgermeister Christian Wagner eingeladen hatte. Der einzige wirkliche Kritikpunkt trifft nicht einmal die Stadt. Anwohner der Niedieckstraße sind zutiefst verärgert über Verzögerungen beim Ausbau der Kreisstraße 1. Sie luden nicht nur Ärger, sondern vor allem auch Ängste in dem Forum ab.

"Ich gehe nicht mehr zu den Baubesprechungen mit Vertretern des Kreises, der Stadt und der Unternehmen. Ich werde belächelt und fühle mich nicht ernst genommen. Es macht einfach keinen Spaß, da Leuten gegenüberzustehen, die unsere Existenzängste nicht verstehen. Man fühlt sich zunehmend veräppelt", sagte ein Bürger von der Niedieckstraße verbittert. Erschüttert habe Anwohner und Geschäftsleute, dass der Zeitplan womöglich bis zu acht Wochen "hängt", ohne dass das beauftragte Unternehmen bereit sei, zusätzliche Arbeitsstunden zu leisten. Tarifliche Bindungen ließen ein intensiveres Arbeitstempo nicht zu. Darüber könne er nur lachen, sagte ein anderer Bürger. "Dann muss man entweder in Schicht arbeiten oder schlicht mehr Leute einstellen."

Christian Wagner wollte offenkundig kein Öl ins Feuer gießen. Die Stadt und die Stadtwerke seien vom Kreis, der hier allein die Verantwortung trage, eingebunden worden. "Man hat uns gefragt, ob wir die Ver- und Entsorgungsleitungen im Rahmen der Straßensanierung erneuern und ob wir im Rahmen der vom Kreis bestimmten Planung bleiben könnten. Soweit ich weiß, sind weder der Nettebetrieb noch die Stadtwerke in Verzug."

Dagegen, dass die Stadt alle Papiercontainer im gesamten Stadtgebiet abgebaut hat, regt sich keine Kritik. Dem Vorschlag, auf dem Bauhofgelände in Lobberich einen zentralen Papiercontainer aufzustellen, der unter Aufsicht beispielsweise mit sperrigen Kartonagen gefüllt wird, brachte Wagner wenig Neigung entgegen. "Das wäre eine Sonderlösung für Lobberich. Wenn, dann müsste mindestens ein zweiter Container aufgestellt werden." Vorschlag aus der Runde: Geeignet wäre doch der Hof der Stadtwerke in Kaldenkirchen. Die Politiker dürften es gehört haben.

Ratlos sind manche Bürger beim Blick auf die Waldfläche am Nettebruch am Ortseingang von Breyell her. Die Pappeln wurden weggenommen, um nur einmal ins Gelände zu müssen und um Gefahren abzuwenden. Schöner geworden sei die Ecke ja nicht, meinte ein Bürger. Markus Grühn (Stadtplanung) wies darauf hin, dass ursprüngliche Pläne für eine Wohnbebauung wieder in Frage stehen. Das Grundstück am See hat den Besitzer gewechselt, der neue habe neue Ideen. Skeptisch reagierte Wagner auf den Vorschlag, in der Innenstadt kostenfreien Internetzugang zu schalten. Bei kritischen Downloads sei die Stadt als öffentlich-rechtliche Institution in der Haftung. "Privat ist das nicht ganz so kritisch", sagte er.

In Kuriositätenkabinett gehört mittlerweile die unendliche Geschichte vom Brunnen vor dem früheren Kino. Im ersten Winter hatte es Frostschäden an der Technik und Gezerre um die Haftung gegeben (der VVV hat der Stadt den Brunnen geschenkt), dann zeigte sich ein gigantischer Wasserverbrauch. Ursache: Durch einen technischen Fehler sickert Wasser in den Untergrund. Auch das ist kein Versäumnis der Stadt oder des VVV. Der Hersteller/Lieferant wird verantwortlich gemacht. Das lässt den Brunnen nicht sofort sprudeln.

Quelle: RP
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