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Nettetal
Ingenhovenpark: Vier Fraktionen wollen einen Brunnen retten

Nettetal: Ingenhovenpark: Vier Fraktionen wollen einen Brunnen retten
So hübsch kann der trocken gelegte Brunnen aussehen. Der Rat wird am 5. Oktober über dessen Zukunft entscheiden. Foto: Dyck FOTO: SPD
Nettetal. Die SPD will den trockengelegten Mosaikbrunnen im Lobbericher Ingenhovenpark erhalten - CDU und AfD hatten in der Juli-Sitzung des Betriebsausschusses für den Abriss gestimmt. SPD-Fraktionschefin Renate Dyck hat bei der FDP, bei den Bündnisgrünen und bei der WiN-Fraktion Mitstreiter gesucht und gefunden. Von Daniela Buschkamp

Gemeinsam wollen die vier kleinen Fraktionen jetzt eine Unterschriftenaktion starten, um den bunten Brunnen vor dem Abriss zu bewahren. "Der Brunnen ist ein kleines Wahrzeichen", sagt die SPD-Ortsvereinsvorsitzende Tanja Jansen. Sie habe mit vielen Menschen gesprochen, die ihn erhalten möchten.

In Geschäften in den Nettetaler Stadtteilen sollen Unterschriftenlisten ausgelegt werden. "Wir werden damit morgen anfangen", kündigte Hajo Siemes, Vorsitzender der WiN-Fraktion, an. Auch auf ihren Internetseiten wollen die Fraktionen dafür werben. Vor dem Start der Unterschriftensammlung haben die Initiatoren den Brunnen von Dreck befreit und gereinigt.

Kaum jemand hätte sich eine solche politische Posse ausdenken können, die zurzeit um einen längst trockengelegten Wasserspender aufgeführt wird. Werner Backes hatte einen Bürgerantrag gestellt, um den Brunnen an der Hochstraße in Lobberich, direkt am Eingang zum Ingenhovenpark, wieder mit Wasser zu versorgen. Doch er erreichte das Gegenteil: Vertreter aus Lokalpolitik und Verwaltung nahmen das Mosaik-Bauwerk kritisch ins Visier.

Der Nettebetrieb schätzte einen erneuten Wasser-Anschluss als zu teuer ein, die CDU wollte sogar den Abriss. "Die Argumentation für den Abriss können wir nicht nachvollziehen", sagt Hans-Willi Troost (FDP). Er wisse nicht, wo man noch einen solchen Brunnen aus Mosaik finden könne. "Es wäre schön, wenn wir durch unsere Aktion doch noch eine einheitliche Meinung erreichen könnten", so Troost.

"Es gibt überhaupt keinen Grund, diesen Brunnen abzureißen", betont auch Tanja Jansen. Sie vermisse zudem eine Antwort darauf, was der Abriss überhaupt kosten würde. Dass der Brunnen trocken bleiben wird, ist auch Jansen klar: "Alles andere wäre viel zu aufwendig."

Guido Gahlings (Bündnisgrüne) Ist ebenfalls überzeugt, dass "der Brunnen eine Besonderheit darstellt und viel zu schade zum Abreißen ist". Geschaffen hat ihn Hans Dziuk - und ein weiterer Brunnen vom ihm in Breyell sei leider bereits abgebaut worden, so Gahlings.

Nach Einschätzung der vier Fraktionen sollte das Geld besser dafür ausgegeben werden, den Brunnen zu erhalten und zu begrünen. Dafür seien 500 Euro notwendig. "Die Stadt Nettetal gibt so viel Geld aus - da sollte sie doch diese Summe für den Brunnen auch haben", meint Hajo Siemes. Laub müsse sowieso dort gefegt werden - warum nicht auch um den Brunnen?

Die Entscheidung über die Zukunft des Dziuk-Brunnens werden die Nettetaler Ratsmitglieder voraussichtlich am Donnerstag, 5. Oktober, fällen.

Quelle: RP
 
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