| 00.00 Uhr

Nettetal
Insolventes Walzenwerk Jülke soll saniert werden

Nettetal. Das Insolvenzverfahren über das Walzenwerk Jülke Lobberich Eins GmbH & Co. KG ist eröffnet, erste Restrukturierungsmaßnahmen sind eingeleitet. Dies berichtet die Kanzlei des Sachwalters Frank Kebekus, der mit dem Sanierungsexperten Jörg Spies daran arbeitet, das Unternehmen zu erhalten.

Nach diesen Angaben hat das Amtsgericht Krefeld dem Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung stattgegeben. Der Geschäftsbereich sei erfolgreich stabilisiert worden, er werde ohne Einschränkungen fortgeführt. Die Sanierung soll über einen Insolvenzplan bis zum Frühsommer abgeschlossen werden. Jörg Spies von "pkl Spies Restrukturierung - Insolvenzverwaltung - Rechtsberatung, Dresden", ist zum weiteren Geschäftsführer berufen worden. Er unterstützt als Eigenverwalter das Walzenwerk auf dem Weg der Restrukturierung. Ihm zur Seite gestellt hat das Gericht Rechtsanwalt Frank Kebekus von der Kanzlei Kebekus & Zimmermann, Düsseldorf. "Die Belegschaft ist weiter sehr motiviert, und die Aufträge werden in gewohnter Qualität bearbeitet", berichtet Spies. Die angespannte Situation auf dem Weltmarkt wirke sich aber auf das Walzenwerk aus. Ende Februar wurden elf Mitarbeiter betriebsbedingt entlassen.

Das Unternehmen sah zum Jahresende das Risiko einer existenzbedrohenden Krise nahen. Ursachen ist die rückläufigen Entwicklung der Absatzmärkte. Auf den Umsatzrückgang reagierte der Betrieb mit Maßnahmen zur Kostensenkung. Die Verringerung der Belegschaft konnte wegen der damit verbundenen Kosten nicht umgesetzt werden. Daher entschieden sich die Geschäftsführer und Gesellschafter, für das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung mit Insolvenzplan. Zugleich sollen die Voraussetzungen für eine Beteiligung von Investoren geschaffen werden.

Die Walzenwerk Jülke Lobberich Eins GmbH & Co. KG ist Nachfolgegesellschaft der Walzengießerei & Hartgusswerk Dieter Jülke e.K. Sie fertigt und veräußert Bauteile und Spezial-Walzen für Stahlunternehmen. Das Unternehmen verfügt über ein patentiertes Herstellungsverfahren. Es operiert vom Standort in Nettetal aus und hatte bei Insolvenzantragstellung etwa 60 Beschäftigte. Das Unternehmen war nach dem Tod von Dieter Jülke im August 2015 umgewandelt worden.

(lp)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Nettetal: Insolventes Walzenwerk Jülke soll saniert werden


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.