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Nettetal
Junge Pianistinnen begleiten Autorin

Nettetal. Drei Schülerinnen des WSG proben für ihren großen Auftritt in der Werner-Jaeger-Halle. Dort werden sie Autorin Claudia Schreiber während ihrer Lesung am Klavier musikalisch begleiten. Die Aufregung beim Nachwuchs steigt Von Jiota Kallianteris

Melodische Klänge ertönen aus der Werner-Jaeger-Halle in Lobberich. Auf dem glänzend schwarzen Steinweg-Flügel wird gerade Beethovens Mondscheinsonate gespielt. Ganz konzentriert schlägt Katharina Knak (13) die Tasten an, und Musiklehrerin Yvonne Herter (45) gibt fachliche Tipps. Sie unterrichtet am Werner-Jaeger-Gymnasium Deutsch und Musik und betreut das Schulorchester. Es ist offensichtlich, hier wird geprobt.

Die junge Pianistin ist fertig mit dem Übungsstück und überlässt ihrer Mitschülerin den Flügel. Weiter geht es nun mit Chopins Regentropfen-Prélude und Mozarts Adagio aus KV 280. Die Finger von Anne Goerke (15) gleiten gekonnt über die weißen und schwarzen Tasten. Als dritte Pianistin lässt Maya Atasever (12) die "Vogelhochzeit" erklingen. Yvonne Herter ist zufrieden mit ihren Schülerinnen. "Wir üben für die Autorenlesung am 24. November, die wir mit dem Klavier begleiten werden", berichtet die Lehrerin. Die musikalische Lesung findet im Rahmen der Nettetaler Kinder- und Jugendbuch-Tage statt. Autorin Claudia Schreiber liest aus ihrem Buch "Solo für Clara", in dem es um ein talentiertes junges Mädchen geht, das seine Liebe zur Musik entdeckt und Konzertpianistin werden will. Bis Claras Wunsch jedoch in Erfüllung geht, heißt es zunächst mit Fleiß und Disziplin arbeiten, viele Reisen unternehmen, aber auch zahlreiche Neider und Intrigen von Konkurrentinnen überstehen.

"Das Schöne an der Geschichte ist, dass sie interaktiv aufgebaut ist", sagt Yvonne Herter. "Durch das Buch hindurch folgt man dem Entwicklungsprozess von Clara, der mit QR-Codes unmittelbar während des Lesens hör- und sichtbar gemacht werden kann. Das hat uns dazu inspiriert, die Lesung mit eben diesen Stücken aus dem Buch zu untermalen. Ich habe die drei Mädchen gefragt, ob sie Lust dazu hätten", erklärt die Lehrerin. Sie hatten, und die Aufregung steigt von Tag zu Tag. "Ein bisschen Lampenfieber gehört dazu, zumal die Generalprobe zwei Stunden vor dem Auftritt stattfindet", fügt Herter hinzu.

Katharina spielt seit ihrem siebten Lebensjahr Klavier und mittlerweile auch im Schulorchester. "Alle meine Geschwister spielen ein Instrument und ich wollte das auch. Ich habe mich für Klavier entschieden und es macht mir sehr viel Freude", sagt sie. Ganz gespannt ist sie auf den Auftritt und übt fleißig am Flügel. "Das ist wichtig, denn jedes Klavier hat einen eigenen Anschlag. Man muss sich immer neu darauf einstellen, aber nach ein paar Stücken geht das ganz gut", erklärt die Schülerin. Sie spielt mit Herzblut, das hört man. Ob sie die Musik zu ihrem Beruf machen möchte, lässt die 13-Jährige offen. "Ich habe mir noch keine Gedanken über später gemacht. Im Moment spiele ich gerne Klavier und konzentriere mich jetzt ganz auf unseren Auftritt."

Anne ist ebenfalls Pianistin im Schulorchester. Sie spielt seit fast fünf Jahren Klavier und ist durch das Keyboard ihrer Mutter auf den Geschmack gekommen. "Meine Eltern haben schnell bemerkt, dass ich musikalisch bin und haben mich unterstützt. Im Moment nehme ich auch Klavierunterricht an der Kreismusikschule", erzählt die 15 Jahre alte Gymnasiastin. "Eigentlich möchte ich gerne Musik studieren, aber Ärztin zu werden finde ich auch interessant", antwortet sie auf die Frage nach ihren beruflichen Zukunftsplänen. "Vielleicht finde ich etwas, wo ich beides, Musik und Medizin miteinander, verbinden kann", sagt die Schülerin.

Maya, die Jüngste im Trio, erinnert sich an ihre musikalischen Anfänge. "Als kleines Kind habe ich immer unter der Orgel meiner Mutter gesessen und habe der Musik zugehört." Durch eine musikalische Früherziehung kam sie mit verschiedenen Instrumenten in Berührung. "Letztlich habe ich mich für das Klavier entschieden und spiele es sehr gerne", sagt die Schülerin. Gespannt ist sie darauf, die Autorin des Buches persönlich kennen zu lernen. Was sie werden will, weiß sie auch schon ganz genau. "Entweder ich werde Politikerin, Richterin oder Anwältin", sagt die 12-Jährige.

Der elegante Steinweg-Flügel steht alleine auf den Bühnenbrettern. Leere Sitzreihen und eine Halle ohne Publikum wirken etwas melancholisch. Doch die harmonischen Töne, die nach Ende eines jeden Stückes hauchzart nachschwingen, füllen den Saal mit Klang.

Quelle: RP
 
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