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Nettetal
Kaldenkirchens City wird zur Partymeile

Nettetal: Kaldenkirchens City wird zur Partymeile
Am Wochenende war beim Frühlingsfest in Kaldenkirchen - hier vor dem Eiscafé Zalivani - viel los. Viele Besucher drängten sich an den Ständen. FOTO: Busch
Nettetal. Beim 26. Frühlingsfest mit viel Musik und verkaufsoffenem Sonntag war der Andrang groß. Für die Polizei blieb es trotz des Andrangs relativ ruhig. Störend wirkte gestern lediglich der Wind. Von Joachim Burghardt

Die Chromleisten glitzern in der Sonne, der hellblaue Lack schimmert wie neu. Doch der imposante Ami-Schlitten hat schon 50 Jahre auf dem Buckel. "Mein Dodge Charger ist von Baujahr 1967, aber hatte damals schon alles drin, sogar elektrische Fensterheber und Klimaanlage", schwärmt Hans-Günther Alberding aus Leutherheide. Er stellt beim Frühlingsfest seinen Oldtimer aus, beantwortet geduldig und sichtlich stolz die vielen Fragen der staunenden Besucher.

"Wir haben rund 100 Teilnehmer mit Oldtimern aus Deutschland und den Niederlanden, sogar ein uralter Adler ist dabei", berichtet Hans Nopper, seit über 20 Jahren Organisator der Oldtimer-Show. Manche Schätze auf vier Rädern sind zu sehen wie ein Jaguar E von 1968. Und manche Kuriositäten gibt es: Detlef Reichmuth aus Meerbusch etwa zeigt seinen alten VW Käfer, der so raffiniert lackiert wurde, dass er aussieht, als sei er aus Holz gebaut. "Das sieht schon witzig aus", sagt der Kaldenkirchener Ralf Lorenz schmunzelnd. Er sieht sich gern die Oldtimer an, "weil da ja manche Wagen bei sind, die man selbst in jungen Jahren gefahren hat oder gern gefahren hätte".

Bei der Oldtimer-Show stellten rund 100 Teilnehmer aus Deutschland und den Niederlanden ihre alten Schätzchen aus. FOTO: Busch

Der Andrang bei den Oldtimern ist ebenso groß wie bei allen anderen Attraktionen auf dem Frühlingsfest, das insbesondere am stürmischen, aber sonnigen verkaufsoffenen Sonntag tausende Besucher ins Grenzstädtchen lockt - auch wenn in der Fußgängerzone einige Verkaufsstände weniger als in den Vorjahren stehen. Schön bunt ist Kaldenkirchens City hergerichtet worden - mit Blumen und Maibäumen, Dekorationen und dutzenden grünen Bänken vor den Geschäften. Dort ist Platz zum Verschnaufen und Plaudern. Die Geschäftsleute haben sich schon früh am Morgen ordentlich ins Zeug gelegt, um es ihren Gästen nett zu machen. "Die Arbeit machen wir doch gern, und die Kinder haben ihren Spaß", sagt Kosmetikerin Birgitta Netten. In und vor ihrem Kosmetikstudio bietet der DRK-Kindergarten "Purzelbaum" Puppentheater und Malaktion. Schön kreativ ist es auch sonst, so bei den Ausstellungen von Hobbykünstlern. Und schön voll ist es - klar: Niederländer und Deutsche, Familien und Studenten drängen sich in den Geschäften und an den Ständen davor. Die ganze City ist zu einer große Partymeile geworden.

Gut besucht ist die Gastronomie am Kirchplatz, Getränke- und Imbissstände werden von Besuchern umlagert. Ruhig und sicher geht es zu, Sicherheitspersonal ist unterwegs. Aufregung gibt es lediglich am Samstagabend kurz nach Mitternacht, als mehrere Einsatzwagen der Polizei kommen. Doch Udo Breuer von der Kreispolizei beruhigt tags darauf: Für eine Veranstaltung dieser Größenordnung sei es relativ ruhig geblieben, lediglich wegen einer Rangelei vor einer Kneipe habe es eine Anzeige wegen Körperverletzung gegeben, daher der Einsatz.

Auf dem Kirchplatz ist Party mit Bands und DJs vor dem abends beleuchteten Maibaum, Musik gibt es auch beim Nettetaler Bierkontor. Vor der Kneipe Quartier Latin sind die Musikfans, die zum Open-Air-Festival "Spring Jam" gekommen waren, nicht zu zählen - abends ist dort kein Durchkommen mehr. Da heizt die Band Aeverium mit Metal bei sieben Grad Celsius ordentlich ein. Sänger Marcel Römer erklärt nach dem Auftritt: "Das ist schon fantastisch hier beim ,Spring Jam'. Das Publikum geht voll mit. Für uns beeindruckend: dass alle Generationen mitmachen, jüngere und ältere." Angetan sind auch die vielen Gäste von auswärts beim "Spring Jam". Student Filip Elekes aus Bonn stellt fest: "Tolle Musik, vor allem Gitarrist Dennis Hormes mit seiner Band. Überhaupt: Was in so einem kleinen Städtchen abgeht, das hätte ich nicht erwartet. Hier ist ja an jeder Ecke was los."

Quelle: RP
 
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