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Nettetal
Kinder-Kunst kommt in Lobberich unter den Hammer

Nettetal: Kinder-Kunst kommt in Lobberich unter den Hammer
Farbenfrohe Werke stellten die Kinder im Rathaus aus. FOTO: Busch
Nettetal. Im Rathaus in Lobberich wechselten Arbeiten von Kindergartenkindern den Besitzer. Der Erlös fließt in die Kita-Kasse. Von Inge von den Bruck

"Das Mindestgebot liegt bei zehn Euro, höre ich mehr?" Auktionator Arno Melchert, stellvertretender Bürgermeister, wartet. Sein Blick schweift über die Bieter. Derweil tritt die vierjährige Hannah von einem Fuß auf den anderen, ist es doch ihr Bild, das da gerade zur Versteigerung ansteht.

Für die Ausstellung "Kinder-Kunst-Kultur" hatten Jungen und Mädchen der Nettetaler Kindertagesstätten Kunstwerke geschaffen, die im Rathaus in Lobberich ausgestellt wurden. Seit 2009 zeigen Kinder der Nettetaler Kindertageseinrichtungen und Familienzentren für die Ausstellung "Kinder-Kunst-Kultur" ihre Arbeiten in der städtischen Galerie im Rathaus - dort, wo sonst nur gestandene Künstler ausstellen. 2015 wurden Arbeiten von Nettetaler Schülern gezeigt, bislang eine Ausnahme. Gemeinsam mit den Nettetaler Kitas soll diese Idee in den kommenden Jahren allerdings wieder aufgenommen werden.

Erstmals werden nun die Arbeiten der Kinder zugunsten der Kindertageseinrichtungen versteigert. Als Auktionator hat sich Arno Melchert auf die Aktion "seelisch vorbereitet", wie er zugibt. Für Hannahs Bild, die "Neuigkeit", stand die Bronzefigur der Hinsbecker Künstlerin Loni Kreuder Pate. Auf Hannahs selbstgemaltem Bild, so die einhellige Meinung der Bieter, sei die Figur sehr gut getroffen. "Nicht, dass Loni Kreuder jetzt Konkurrenz bekommt", munkeln Zuschauer während der Versteigerung. Vater Uwe hebt schließlich souverän die Hand. "Zwölf Euro", verkündet Melchert blitzschnell, "höre ich mehr?" Das ist nicht der Fall. "Zwölf Euro zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten", sagt Melchert und schlägt statt mit einem Hammer mit der Faust auf das kleine Stehpult. Hannahs Bild ist verkauft und wandert nun nach Hause ins Wohnzimmer.

Eigentlich sollte die Versteigerung nach amerikanischem Muster stattfinden, doch dazu steht der Saal im Rathaus an diesem Vormittag nicht zur Verfügung. Dort findet eine Weiterbildung für Rettungssanitäter statt. Der Leiter der Netteagentur, Roger Dick, hatte kurzfristig umdisponiert, so dass die Versteigerung im Untergeschoss des Rathauses stattfindet. Leider sind nur wenige Interessierte gekommen - bei der Vielzahl der Eltern, deren Kinder Nettetaler Kindertagesstätten besuchen, verwunderlich, meinen auch die Kita-Leiterinnen, die zur Versteigerung gekommen sind.

Melchert hat die Versteigerung zu jeder Zeit gut im Griff - die "seelische Vorbereitung" hat sich also gelohnt. Der sechsjährige Finn läuft noch einmal die Treppen in den ersten Stock hinauf, um sein mitgestaltetes Bild ein letztes Mal, wie er glaubt, anzusehen. Da weiß der Junge noch nicht, wer das Bild wohl ersteigern wird. Das Erstgebot für die Collage "Unser Nettetal" liegt bei 20 Euro. Dass Oma Margret Zoers spontan 22 Euro bietet und sich kein weiterer Bieter meldet, ist für Finn beruhigend: Er kann das Bild mit nach Hause nehmen.

Für Christian Küsters aus Leutherheide ist klar, dass er für das selbstgemalte Bild seiner Tochter Sophie mitbietet. Es heißt "Der Wassermann", und für zwölf Euro kommt Sophies Bild unter den Hammer. Das Mädchen ist glücklich, und in der Kindertagesstätte Leutherheide freut man sich über den Betrag, der nun in die Kita-Kasse fließt.

Am Ende werden nicht alle Bilder ersteigert. Susanne Therstappen von der Kita Spatzennest in Hinsbeck nimmt "Die Farbexplosion" mit. "Dann bleibt es eben bei uns in der Kita hängen", sagt sie.

Quelle: RP
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