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Nettetal
Kinder singen in der "Zauberflöte" mit

Nettetal. Die "Junge Oper NRW" und Musiklehrer Stefan Janßen an der Realschule Nettetal bereiteten einmal mehr eine ungewöhnliche Aufführung von Mozarts Meisterwerk vor. Kinder nähern sich so ohne Scheu dem Musiktheater. Von Kai Aussem

Junge Menschen können selten etwas mit Oper anfangen. Das sei doch wohl etwas für alte Leute. Und würde da nicht "so hoch gesungen", heißt es meist auf entsprechende Fragen. Häufig wissen sie gar nichts über Opern. Wie lustig, wie bewegend, wie lebendig solch eine Veranstaltung sein kann, vermitteln die "Junge Oper" und Musiklehrer Stefan Janßen an der Nettetaler Realschule den Schüler.

Wenn Schüler nicht in die Oper gehen, dann kommt sie in die Schule: Schon sechsmal war die "Junge Oper NRW" zu Gast. Sie ist ein festes Angebot der Realschule. Unmittelbar vor den Weihnachtsferien stürmten neugierige Schüler der Klassen 5 bis 7 in die Aula. Hier staunten sie zunächst über das bunte Bühnenbild. Aber viel Zeit blieb nicht, denn Mira Graczyk (Sopran), Simone Werner (Mezzosopran) und Matthias Kleinert (Bariton) entführten sie in die "Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Akteure verkörperten in der Aufführung mehrere Charaktere der Oper.

So sang Matthias Kleinert sowohl den Papageno als auch Sarastro, während Mira Graczyk die Königin der Nacht und Pamina darstellte. Besonders lustig fanden die Kinder, dass Simone Werner den Prinzen Tamino spielte, der mehrere Prüfungen bestehen musste und am Ende Pamina küsste. Die gesprochenen Teile der Geschichte sind in der Aufführung stark gestrafft und in eine kindgerechte Sprache übertragen. So hatten die Kinder viel zu lachen.

Ungläubiges Staunen machte sich manchmal breit, wenn die Musik begann und die geschulten Stimmen erklangen. "Die Stimmen sind gut zu hören, obwohl die ganz ohne Mikrofone singen. Das klingt echt schön", meinte eine Fünftklässlerin. Sie fügte bewundernd hinzu: "Wie schaffen die das nur?" Die Frage war berechtigt, dann die sechs mitwirkenden Realschüler benötigten ein Mikrofon, damit man sie überhaupt hören konnte.

Mitspielen, mitmachen, das ist das Konzept der "Jungen Oper". So verlassen die Akteure häufiger die Bühne und mischen sich unter das aufgeregte Publikum. Sie sprechen Kinder unmittelbar an und fordern dazu auf mitzusingen. Das tun sie, sehr zum Erstaunen ihrer anwesenden Eltern, tatsächlich. Schließlich sind viele Melodien der "Zauberflöte" den Schülern bekannt. Musiklehrer Stefan Janßen hatte mit den Klassen einige der Arien eingeübt.

Am Ende sollten die Kinder ein Gewitter darstellen. Mit bunten Tüchern winkend, trampelnd und schreiend machten alle mit. Und doch war es gleich leise, als die Sänger den feierlichen Schlusschor sangen. Es gab großen Applaus, besonders beklatscht wurden natürlich die Kinder, die mitspielen durften, und das sogar in eigenen Kostümen. Die Realschule will ihre Zusammenarbeit mit der "Jungen Oper" fortsetzen.

Quelle: RP
 
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