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Nettetal
Kinderbauernhof ist ein Stück Heimat

Nettetal: Kinderbauernhof ist ein Stück Heimat
Beate Steffens führt den Kinderbauernhof in Hülst. Täglich absolviert die Mutter von fünf eigenen und drei Pflegekindern ein straffes Programm. FOTO: Busch
Nettetal. Den Kinderbauernhof von Beate Steffens gibt es seit zehn Jahren — mit wachsendem Erfolg. Kindergeburtstage werden dort gefeiert und ganze Kita-Gruppen kommen zu Besuch Von Jannetta Janssen

Der Tag beginnt für Beate Steffens täglich um sechs Uhr morgens. "Dann bereite ich das Mittagessen vor oder bügle die Wäsche", erzählt die 49-Jährige und lacht. Ihr Tag ist durchgetaktet, denn sie ist fünffache Mutter und hat derzeit drei Pflegekinder. Hinzu kommen viele Tiere: 181 Kühe, ein Pferd, zwei Ponys, Kaninchen, Katzen, Hund Berta, unzählige Hühner, Schafe, eine Ziege, Hängebauchschweine und viele mehr, die alle einen Namen haben.

Als sie vor zehn Jahren mit dem Kinderbauernhof anfing, war sie überzeugt, dass es ein Erfolg werden würde. "Alles fing mit einem Zettel am schwarzen Brett im Familienzentrum Brigittenheim an", erinnert sie sich. Umgehend waren die ersten kleinen Besucher Feuer und Flamme. Die gelernte Bankkauffrau hatte immer schon ein großes Herz für Tiere. "Ich durfte als Kind nie welche haben, deshalb habe ich auch einen Bauern geheiratet", witzelt die Frau.

Mit Albert Steffens ist sie seit 23 Jahren verheiratet. Der 52-Jährige ist zusammen mit seinem Sohn Jan für die Milchviehhaltung zuständig. "Ich muss zugeben, dass mein Betrieb momentan mehr abwirft als der von meinem Mann", erzählt Steffens. Der Milchpreis ist im Keller, das spürt auch die Familie. Deshalb freue man sich über zusätzliche Einnahmen.

Den Bauernhof besuchen Kindergartengruppen oder Gruppen, die Kindergeburtstag feiern möchten. Beate Steffens liebt beides und nimmt die Kinder dann mit in den Stall - Kälbchen füttern und streicheln. Aber auch die anderen Kleintiere mögen Streicheleinheiten.

Das Telefon klingelt da bereits wieder. Ständig gibt es Anfragen nach Kindergeburtstagen. Auch im späten Dezember: "Am 30.12. kann ich leider nichts möglich machen", sagt Steffens der Dame am Telefon. Zu kurz seien die Weihnachtsferien, und ihre Kinder gehen immer vor. "Ich könnte das ganze Jahr über durchfeiern", berichtet die 49-Jährige. Da klopft es an der Tür. Eine Frau kommt mit einer leeren Glasflasche in die Küche. "Kann ich mir allein was zapfen?", fragt sie und geht dann Richtung Abfüllanlage. Denn bei den Steffens gibt es frische Milch ab Hof.

Die fünffache Mutter hat zusammen mit ihrem Mann noch andere Ideen in die Tat umgesetzt. So kann auch eine Planwagenfahrt gemacht werden. Für Junggesellenabschiede und Kegelclubs. Oder Albert Steffens fährt die Kindergartenkinder zurück in ihren Hort. Wenn Beate Steffens weit in die Zukunft blickt, möchte sie am liebsten für immer hier bleiben: "Ich fahre auch nicht gerne in Urlaub, habe direkt Heimweh", erklärt sie.

Ihre älteste Tochter studiert Sozialarbeit in Köln. Eine Idee: Mit der Tochter zusammen auf dem Hof eine Einrichtung für sozial schwache Kinder aufzubauen. Denn für sie gehören ihre Pflegekinder ganz klar zur Familie. "Ich wollte früher mal SOS-Kinderdorf-Mama werden, bevor ich eine Bankausbildung gemacht habe."

Beate Steffens liebt das, was sie tut. Ihr Hof lädt nicht nur dazu ein, allerlei Tiere kennenzulernen, zu streicheln und zu füttern. In der großen Scheune können die Kinder im Heu toben und die unzähligen Traktoren, Bobbycars und anderes Spielzeug ausprobieren. "Und auf jede Frage freue ich mich", sagt sie. Denn bei den Kindern sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Das weiß Beate Steffens aus zehnjähriger Erfahrung.

Quelle: RP
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