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Nettetal
Kirchturm von St. Peter Hinsbeck wird jetzt saniert

Nettetal. Für rund 650.000 Euro werden der Algenbewuchs abgetragen, das Mauerwerk ausgebessert und das Dach repariert Von Christina Böttner

Nur noch die Kirchturmspitze ragt aus dem riesigen Gerüst heraus. St. Peter Hinsbeck ist rund herum in Folie eingepackt. Grund dafür sind umfangreiche Sanierungsmaßnahmen am rund 64 Meter hohen Kirchturm. Im gesamten Turmmauerwerk hat sich wegen hoher Feuchtigkeit grüner Algenbewuchs gebildet. Dieser soll nun beseitigt sowie das Mauerwerk ausgebessert und neuverfugt werden - sowohl von innen als auch von außen. Darüber hinaus muss das Dach repariert werden. Im Kircheninneren sind Mauerrisse sowie Ausbrüche durch Putzer- und Malerarbeiten zu beheben.

Die komplette Sanierung des Kirchturms und des Kirchengebäudes kosten rund 654.000 Euro. Das Bistum Aachen übernimmt davon 428.000 Euro. Es ist allerdings die letzte Maßnahme, die bezuschusst wird.

Seit 2016 steht St. Peter Hinsbeck auf der "Roten Liste" und muss künftig alle Instandsetzungsmaßnahmen zu 100 Prozent selbst tragen. Mit dem Bistum konnte allerdings die jetzige Sanierung - die schon seit langem bekannt war - als letzte bezuschusste Maßnahme vereinbart werden.

Die Arbeiten sollen bis Weihnachten abgeschlossen sein, so dass St. Peter Hinsbeck zur Weihe anlässlich des 150-jährigen Bestehens wieder im alten Glanz erstrahlen kann.

Die heutige Kirche St. Peter ist am 17. September 1867 geweiht worden. Der Kirchturm entstand etwas später. Er wurde 1882 im typisch niederrheinischen Baustil errichtet. Von der Vorgängerkirche gibt es keine genauen Unterlagen. Es existiert lediglich eine Zeichnung. 1868 wurde die alte Kirche bis auf ihren Turm abgerissen. Der Turm stand noch bis 1882. Eines der ältesten Besitztümer aus der alten Kirche ist das 1,61 Meter hohe Taufbecken aus Bronze, das noch heute existiert. Seiner Inschrift nach stammt es aus dem Jahr 1441 und wurde von einem Meister Jan gegossen. 1636 wurde jedoch der Deckel gestohlen. Im 18. Jahrhundert wurde dieser durch einen Messingdeckel ersetzt, der noch bis heute auf dem Becken ruht.

Während die Kirchenhistorie somit mindestens bis ins 15. Jahrhundert reicht, ist die Pfarre noch wesentlich älter. Der Amandusbrunnen auf der Hinsbecker Heide erinnert bis heute an den heiligen Bischof von Maastricht, der etwa 647 bis 649 an genau jener Stelle gepredigt und auch getauft haben soll.

Quelle: RP
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