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Nettetal
Kita-Beiträge: Neue Neuregelung geplant

Nettetal. Die Stadt will zum 1. Januar eine neue Kita-Satzung verabschieden. Darin schlägt sie vor, dass alle Geschwisterkinder 35 Prozent des regulären Beitrags zahlen müssen. Darüber soll am Mittwoch im Jugendhilfeausschuss beraten werden Von Christina Böttner

Nachdem sich mehrere Eltern über den ersten Änderungsvorschlag der Verwaltung bezüglich der Kita-Satzung beschwert hatten, kündigte diese an, die Beiträge noch einmal durchzurechnen. Dies ist nun erfolgt. Im Jugendhilfeausschuss am kommenden Mittwoch wird die Verwaltung ihren neuen Vorschlag vorstellen. Er sieht vor, dass alle Geschwisterkinder - egal, ob von Vorschulkindern oder nicht ? 35 Prozent des regulären Beitrags bezahlen müssen.

Die Politik hatte im Juli beschlossen, dass die Satzung überarbeitet werden müsse, nachdem Münsteraner Richter einen Passus zur Geschwisterkindregelung der Kempener Satzung kritisiert hatten. Da nicht abschließend geklärt werden konnte, ob die Nettetaler Satzung rechtswidrig ist, entschied sich die Politik, die Satzung sicherheitshalber anzupassen.

Bisher sind Geschwisterkinder in Nettetal beitragsbefreit, außer diejenigen von Vorschulkindern. In dem Fall zahlt das ältere Kind nichts, dafür das jüngere 80 Prozent. Da dies eine "Ungleichbehandlung" sein solle, laut der Richter, will die Stadt nun eine einheitliche Regelung.

"Wir haben noch einmal verschiedene Modelle nachgerechnet. Mit einem Beitrag von 35 Prozent haben wir in den verschiedenen Gehaltsgruppen die geringsten Mehrbelastungen für die Eltern", erläutert Jochen Müntinga, Leiter des Nettetaler Jugendamtes und betont: Es ist uns wichtig, dass die finanzielle Belastung für alle Eltern erträglich ist.

Zudem weist er darauf hin, dass von rund 1300 Betreuungsplätzen lediglich etwa 130 bis 140 Geschwisterkinder sind. "Es ist somit nur ein kleiner Anteil, den es betrifft", sagt Müntinga.

Auch seien nahezu nur die Familien schlechter gestellt, die Kinder in so einem kurzen Abstand haben, dass sie vier gemeinsame Kindergartenjahre verbringen. Alle Geschwister, die ein oder zwei Jahre gemeinsam in der Kita verbringen, werden finanziell entlastet. Bei denen, die drei Jahre zusammen verbringen, kommt es darauf an, wie viele Stunden sie ihr Kind betreuen lassen wollen.

"Die Liste liest sich auf den ersten Blick sehr gut", sagt eine betroffene Mutter. "Allerdings ist das doch trügerisch, denn im Endeffekt haben wir nur von Beginn an zu viel bezahlt." Auch weist die Nettetalerin darauf hin, dass in allen umliegenden Kommunen - außer Kempen - das zweite Kind generell beitragsfrei ist. Auf Nachfrage bei der Stadt, ob das eine Lösung wäre, verneint Müntinga: "Das wollen wir nicht. Das ist eine politische Entscheidung."

Die Mutter hingegen betont, dass der Beitrag für zwei Kinder, die vier Jahre gemeinsam die Kita besuchen (45-Stunden-Betreuung bei einem Einkommen bis 56.000 Euro) in Nettetal fast doppelt so hoch ist, wie der in Viersen.

Insgesamt würde die Familie in den vier Jahren in Nettetal bisher rund 9500 Euro bezahlen (künftig geplant: 10.072 Euro), in Viersen hingegen nur 4700 Euro (ab August 2017: rund 5500 Euro ). "Da überlege ich mir doch ernsthaft, mein Kind in eine Viersener Kita zu geben", sagt die Mutter.

Quelle: RP
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