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Nettetal
Klangmalerei, leicht wie Vogelgezwitscher

Nettetal: Klangmalerei, leicht wie Vogelgezwitscher
Unterhielt die Zuschauer mit Arien aus bekannten Operetten: Sopranistin Maria Klier, begleitet von den Musikern der Jungen Philharmonie Köln. Das Publikum in der Lobbericher Wener-Jaeger-Halle war begeistert. FOTO: busch
Nettetal. Beim Neujahrskonzert vor ausverkauften Rängen begeisterte die Junge Philharmonie Köln in der Werner-Jaeger-Halle. Von Angela Wilms-Adrians

Mit der jungen Philharmonie Köln erlebten die Besucher des Neujahrskonzertes in der Werner-Jaeger-Halle zumindest musikalisch einen guten Start ins neue Jahr. Denn Volker Hartung und sein Orchester begeisterten mit Elan und temperamentvoller Frische ihr Publikum.

Dabei hatten die Organisatoren des einladenden Kulturkreises der Wirtschaft in Nettetal noch vor einem Jahr fürchten müssen, dass wegen des Renovierungsbedarfs der Halle eine Fortsetzung der beliebten Reihe an diesem Ort unmöglich wäre. Der Dirigent habe ihm die gute Akustik bestätigt, erzählte Karl Fleuth, der von den anstehenden Optionen auf eine Restaurierung hofft. Wieder einmal vor ausverkauftem Haus verband das Vorstandsmitglied seine Begrüßung mit dem Neujahrswunsch. Zum dritten Mal in zwanzig Jahren hieß er den Dirigenten Volker Hartung mit der aktuellen Besetzung der Jungen Philharmonie Köln willkommen. Diese begeisterte zu Werken von Rossini, Suppé, Strauß und Léhar mit "Meisterwerken der leichten Muse".

Zu Suppés "Leichte Kavallerie" eröffneten Hartung und sein Orchester im mitreißend lebhaften Spiel, das gleichermaßen farbig wie präzise gelang. Die Bläser setzten auffordernde Akzente, die von den Streichern im zündenden Dialog erwidert wurden. Auf das feurig gesteigerte Finale folgte ein überaus herzlicher Applaus, der dem Orchester während der gesamten Matinee treu blieb.

Nach der Interpretation von Ion Malcocis Arrangement "Rumänischer Weisen" riss die Begeisterung viele Besucher gar von ihren Plätzen, obwohl die musikalische Reise entlang der Donau noch längst nicht beendet war. Malcoci hatte mit seinem überaus farbigen und virtuosen Spiel auf der Panflöte die Besucher überwältigt, während das Orchester in sprudelnder Lebendigkeit begleitend und konzertant überzeugte. Behutsame Momente ließen das Feuer der Musik umso intensiver leuchten. Ein Intermezzo geriet zur Klangmalerei einer Landschaft und ließ an Vogelgezwitscher und das sanfte Muhen von Kühen denken, ehe das Spiel erneut grandios aufflammte. Zu Rossinis Klarinettenkonzert zauberte Solist Miltos Mumulides spielerische Kapriolen, sanft umschmeichelnde Töne und virtuos zündende Läufe. Sopranistin Maria Klier und Tenor Prosper-Christian Otto servierten zur Orchesterbegleitung Arien bekannter Operetten.

Als Moderator führte Volker Hartung informativ und mit heiterem Augenzwinkern durch das Programm. Er habe sich gefreut, nach zwölf Jahren erneut nach Lobberich zu kommen, erzählte der Dirigent, der eigens von einer Konzertreise aus China angereist war. Er führte sein Orchester mit dem gebotenen Ernst und zeigte doch immer wieder Humor: Als das vom Orchester lebhaft und gewitzt gestaltete Feuerwerk von Strauß' "Perpetuum Mobile" in sich wiederholende schlichte Figuren überging, verschwand er von der Bühne, um aus dem Hintergrund zu rufen: "... und so weiter und so weiter". Den Lobberichern wünschte er 2016 viel "Gold und Silber" - musikalisch mit Franz Léhars ebenso betiteltem Walzer.

Quelle: RP
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