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Nettetal
Kleine und preiswerte Wohnungen fehlen

Nettetal: Kleine und preiswerte Wohnungen fehlen
Im Südosten Kaldenkirchens kommt die Feldstraße nahe der Bahnschranke als möglicher Standort für sozialen Wohnungsbau in Betracht. FOTO: jobu
Nettetal. Alleinstehende Senioren und Bürger mit wenig Einkommen suchen Wohnungen. Ein neues Konzept soll den Bedarf ermitteln Von Joachim Burghardt

Wohnungsnot in Nettetal? "Nein, aber langfristig brauchen wir sicher mehr kleine und preiswerte Wohnungen", stellte Roswitha Karallus von der NetteZentrale im Rathaus klar. Die Verwaltung will vor allem die "Interessenslage der sozial schwächeren Bevölkerungsgruppe" mehr berücksichtigen etwa durch bezahlbaren Wohnraum. Weil es aber genau daran hapert in Nettetal und man den Druck spüre, soll jetzt ein "Handlungskonzept Wohnen" Abhilfe schaffen.

"Wir beschäftigen uns damit schon lange", sagte Karallus und verwies auf das Stadtentwicklungskonzept und die Agenda 2020. Klar sei, dass schon bald "Wohnraum für spezifische Wohngruppen" fehle. Diese Gruppen nannte Bürgermeister Christian Wagner (CDU) in der jüngsten Ratssitzung beim Namen: "Junge Alleinerziehende, Alleinstehende, ältere Menschen haben Probleme, geeigneten Wohnraum zu finden." Zudem stelle sich bei Flüchtlingen, die als Asylbewerber anerkannt werden, "die Frage der dauerhaften Unterbringung".

Genau kalkulieren lässt sich der Bedarf an preiswerten Wohnungen noch nicht. Doch schon vergangenes Jahr wies die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche mit Nachdruck darauf hin, dass es "für sozialen Wohnungsbau auch in Nettetal einen Markt" gebe. Allerdings könne man entsprechende Bauprojekte nicht ins Blaue hinein planen.

Also soll ein Konzept her. Zwar stichelte Ingo Heymann (CDU), es gebe bereist "eine Flut an Konzepten", doch stellte er die Notwendigkeit nicht infrage. Tatsächlich haben einige Konzepte in der Praxis Früchte getragen. Dass es beispielsweise 2010 noch 69, mittlerweile indes nur halb so viele als wohnungslos gemeldete Menschen in Nettetal gibt, ist auf die Konzepte zur "Vermeidung von Obdachlosigkeit" und "Wege aus der Obdachlosigkeit" zurückzuführen.

Einen ähnlichen Erfolg erhofft man sich vom Handlungskonzept Wohnen. Dazu braucht es Analysen, Statistiken und Handlungsempfehlungen - von zu erwartender Einwohnerentwicklung, auch mit Blick auf Senioren, bis zu vorhandenem Wohnraum und langfristigem Bedarf. Und zwar nicht nur fürs Stadtgebiet insgesamt, sondern auch für die jeweiligen Ortsteile: "Die Ergebnisse müssen dann auf die Quartiere herunter gebrochen werden", erklärte Karallus.

Helfen soll ein externer Dienstleister, wie schon in den Nachbarkommunen Viersen und Willich. Dazu Karallus: "Das könnten wir als Verwaltung allein kurzfristig kaum leisten, zumal mehrere Fachbereiche mit der Thematik befasst sind." Die kalkulierten Kosten von 40.000 Euro seien gut investiert, "nur mit einem fundierten Konzept gibt es öffentliche Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau".

Bis ein solches Konzept erstellt ist, bleibt die Stadt nicht tatenlos, Wagner kündigte Gespräche mit der Nettetaler Baugesellschaft, der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft für den Kreis Viersen (GWG) und anderen Bauträgern an. Aus dem Rathaus ist zu hören, dass man längst mögliche und geeignete Flächen für sozialen Wohnungsbau ins Visier nehme.

Zwar kann man laut Karallus derzeit keine konkreten Projekte benennen. Doch schon im Juni sickerte durch, dass man bei Plänen für ein Baugebiet im Südosten Kaldenkirchens "die Feldstraße nahe der Bahnschranke als möglichen Standort für sozialen Wohnungsbau" in Betracht ziehe.

Quelle: RP
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