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Nettetal
Kreisverkehr mit oder ohne Werbung?

Nettetal: Kreisverkehr mit oder ohne Werbung?
Werbung im Kreisel: Die Stadt hält sich mit einer Bewertung zurück. Man setzt auf Sponsoring, Werbung sollte aber nicht im Vordergund stehen. FOTO: jobu
Nettetal. Markante und repräsentative Stellen im Stadtgebiet wie die Kreisel sollen künftig besonders gestaltet und gepflegt werden. So sieht es das neue Grünflächenkonzept vor. Umstritten ist die Frage des Sponsorings Von Joachim Burghardt

Die vorletzte politische Hürde ist geschafft, der Rest scheint Formsache: Blumenbeete in Fußgängerzonen oder Parkanlagen können künftig mit mehr System gestaltet und gepflegt werden. Denn der Betriebsausschuss Nettebetrieb verabschiedete in seiner jüngsten Sitzung einstimmig das Grünflächenkonzept 2015. Weniger einmütig war aber die Diskussion darüber, ob die großen Kreisverkehre im Stadtgebiet von Sponsoren mit entsprechender Werbung gestaltet werden sollten.

Es war eine Mammutaufgabe, die Heike Meinert vom Grünflächenamt mit ihrem Team zu bewältigen hatte: Neben der Pflege von rund 400.000 Quadratmetern Grünflächen in der Stadt ein neues Konzept für genau diese Arbeiten vorzulegen. Denn im Grünflächenkonzept 2013 hatte das Gemeindeprüfungsamt "Defizite im Bereich Erfassung und Steuerung der Pflegearbeiten" bemängelt. Die Gründe dafür: zu wenig Geld und zu wenig Personal.

Doch Abhilfe ist in Sicht: "Der Auftrag für die Erstellung eines Grünflächenkatasters ist vergeben", teilte Susanne Fritzsche mit. Für die Technische Beigeordnete wird damit die Voraussetzung geschaffen, effizienter das Konzept umzusetzen. Das sieht zum Beispiel mehrere Pflegeklassen vor; so werden naturnahe Flächen in Klasse 3 seltener gepflegt, auf Friedhöfen oder Spielplätzen, die zur Klasse 2 gehören, werden Rasenflächen und Sträucher häufiger geschnitten. In Klasse 1 eingestuft sind "repräsentative Anlagen" wie etwa Beete in Fußgängerzonen - oder eben die Kreisverkehre. Und die will man sich nach dem Konzept nun vornehmen. Zum Beispiel die Fläche um die beliebte Figur des Zigarrenmachers, die in Kaldenkirchen möglichst bald nett gestaltet werden soll.

Ebenso Vorrang sollen die Kreisel selbst haben. "Der Kreisverkehr vor Möbel Busch hat es nötig, er ist nicht so schön wie die anderen in Lobberich", meinte Meinert. Eine Heckenbepflanzung könne die Anlage aufwerten. Durchaus Zustimmung im Ausschuss - mit der Einschränkung: Die ansehnlichsten Kreisverkehre wirkten nicht, merkte Harald Post (CDU) an, wenn etwa "wie an der Kempener Straße die Ränder an Gehwegen drumherum von Unkraut überwuchert" seien. Meinert sicherte zu, das Umfeld der Kreisel mit zu berücksichtigen.

Durchaus unterschiedlich waren die Bewertungen der großen Kreisverkehre, bei deren Gestaltung es Vorgaben gibt: "Der Kreisverkehr in Hinsbeck könnte besser aussehen, da ist ja außer der Skulptur nichts als Gras", kritisierte Hans-Willi Dröttboom (SPD). Das allerdings sei beabsichtigt, so Hinsbecks Ortsvorsteher Heinrich Ophoves (CDU): "Es ist der ausdrückliche Wunsch des Künstlers, dass unter der Stele sonst nur Gras ist."

Nicht so leicht zu klären war das Thema Werbung auf Kreisverkehren. Hans-Willy Troost (FDP) brachte den Aspekt Sponsoring ins Spiel und führte "den schönen Kreisel am Ortseingang von Breyell beim Majestic als Beispiel" an: Den habe eine Baumschul-Firma gestaltet und in der Mitte gut sichtbar Werbung für sich angebracht. Fritzsche und Meinert hielten sich da mit einer Bewertung zurück, stellten aber klar: Sponsoring sei erwünscht, Werbung indes sollte bei der Gestaltung eines Kreisels nicht so im Vordergrund stehen.

"Die großen Kreisverkehre sind unsere Entrees in die Stadt, da sollte für mich Werbung eher untergeordnet sein", sagte Fritzsche. Weil es bei Themen wie Sponsoring und Werbung auch um Geld und Firmennamen gehe, möchte sie das "nicht öffentlich ausdiskutieren". Und so sollten die Beratungen darüber in nicht öffentlicher Sitzung fortgeführt werden.

Nicht hinter verschlossenen Türen, sondern in der öffentlichen Sitzung verabschiedete der Ausschuss das Grünflächenkonzept schließlich einstimmig. Absegnen muss den Beschluss noch der Rat, doch das, so ein Ausschussmitglied, sei "reine Formsache".

Quelle: RP
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