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Marodes Schwimmbad in Breyell
Lehrschwimmbecken soll bald öffnen

Marodes Schwimmbad in Breyell: Lehrschwimmbecken soll bald öffnen
Die Beckenwasser-Beprobung sei immer tadellos gewesen, sagt Rudolf Ucher vom Nettebetrieb. Nach Karneval könnten Schüler und Vereine hier wieder schwimmen. FOTO: Senf
Nettetal. Seit drei Jahren ist das Breyeller Lehrschwimmbecken immer wieder defekt. Beim Besuch wird deutlich: Es ist einfach sehr, sehr alt.  Von Emily Senf

Die gute Nachricht vorneweg: Das Lehrschwimmbecken in Breyell soll nach Karneval wieder geöffnet werden. Mit einer Übergangslösung will man das Problem mit der Wasserqualität in den Duschen in den Griff bekommen. Allerdings sind die alten Leitungen nicht die einzige Schwachstelle des Hallenbads: Man hoffe, dass nun nicht wieder etwas anderes kaputt gehe, sagt Rudolf Ucher, Leiter des Immobilienmanagements bei der Stadt Nettetal: "Das Schwimmbad ist ein Flickwerk, das dringend erneuert werden muss."

Das Lehrschwimmbecken wurde 1964 gebaut und 1987 saniert. In den vergangenen drei Jahren war es mehrfach geschlossen, im Februar 2017 hat die Stadt es zuletzt dicht gemacht. Damals habe das Rohr am Beckenablass-Ventil starke Schäden aufgewiesen, sagt Marco Inderhees, seit zehn Jahren Hausmeister im Schulzentrum und damit auch für das Schwimmbad zuständig. "Ich hatte Sorge, dass es abbricht." Im nur etwa 1,30 Meter hohen Keller ist der Boden aus Lehm. "Das Wasser hätte die Fundamente unterspülen können", sagt Ucher. Auch so schon läuft an manchen Stellen Regenwasser in den Keller, Rohre sind undicht.

Der Keller unter dem Becken ist nur etwa 1,30 Meter hoch. FOTO: J. Knappe

Es gab weitere Rohrbrüche, der Schaltschrank ging kaputt, zuletzt bemängelte das Kreisgesundheitsamt die Wasserqualität in den Duschen. "Die Beckenwasser-Beprobung war immer tadellos" betont Ucher. Auch in den Duschen spricht er nur von einer Abweichung: "Wir liegen heute 90 Prozent unter dem Grenzwert, aber weil das der Trinkwasserqualität unterliegt, müssen wir null erreichen." Sorgen um die Gesundheit müsse sich niemand machen. Getestet wird auf Legionellen, Mikroorganismen, und es gibt eine chemische Untersuchung.

Bei der ersten Messung habe man 40 Prozent unter dem Grenzwert gelegen. Grund seien die alten Leitungen, sagt Ucher. Sie wurden durchgespült, Filter und Boiler gereinigt, danach verbesserte sich der Wert. Nun sollen an jeweils drei der sieben Duschplätze in den Umkleiden neue Duschköpfe angebracht werden. Sie haben einen Endfilter und werden alle paar Wochen ausgetauscht. Zwei Modelle haben Ucher und Inderhees gerade zum Testen da, in den kommenden Tagen wollen sie sich für einen entscheiden. Die anderen, nicht genutzten Duschplätze werden zurückgebaut.

Diese Übergangs-Duschköpfe sind mit einem Endfilter ausgestattet. FOTO: Emily Senf

Zudem wird ein Partikelfilter ins Wassersystem eingebaut, sodass das Wasser vorgereinigt in den Duschen ankommt. "Damit sind wir doppelt abgesichert", sagt Ucher. Ein Dauerzustand sei das allerdings nicht: Genehmigt habe das Gesundheitsamt das nur, weil ein Neubau des Bads in Sicht sei.

Quelle: RP
 
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