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Nettetal
Leuther Mühle wird zum Seminarhaus

Nettetal: Leuther Mühle wird zum Seminarhaus
Seit 2014 stehen Hotel und Restaurant leer - nun will ein Solinger Unternehmer die Leuther Mühle zum Seminarhaus umbauen. Allerdings müssen zunächst einige Schäden beseitigt werden. FOTO: Busch, Franz-Heinrich sen. (bsen)
Nettetal. Der Solinger Unternehmer Michael von Keitz lässt das Hotel-Restaurant an der Nette umbauen und hofft, dass ein Riss in der Außenwand den geplanten Eröffnungstermin am 27. Dezember 2016 nicht zunichte macht Von Manfred Meis

Der Blick in die Ecke über dem Mahlwerk ist leicht sorgenvoll: Ist die Gipsmarke auf dem Mauerriss etwa auch leicht gerissen - oder ist das nur ein Schatten? Es ist bei näherer Betrachtung ein Schatten. Also hat sich in letzter Zeit nichts bewegt. Das scheint zu bestätigen, was Michael von Keitz von früheren Mitarbeitern des Restaurants gesagt bekommen hat: "Den Riss gibt es schon lange."

Auf die leichte Schulter will der Solinger Unternehmer ihn dennoch nicht nehmen. Das Fundament des rund 300 Jahre Jahre alten Mühlengebäudes ist an der Nordostecke vom Nettewasser unterspült worden. "Es steht frei in der Luft", sagt von Keitz und biegt einen Strauch zur Seite. Weil das Nettewasser inzwischen meist über die Fischtreppe zum Schrolick fließt, wird sichtbar, was früher verborgen blieb.

Die Sicherung des Mauerwerks ist noch eine Unbekannte im Investitionsplan des Unternehmers. Normalerweise verdient er sein Geld mit der Produktion von Lautsprechern. Nun will er aus dem nun zwei Jahre leerstehenden Hotel-Restaurant ein Seminarhaus machen, in dem vorwiegend Lifestyle-Kurse stattfinden sollen. Von Keitz hat zwei Veranstalter an der Hand, die das Haus nutzen wollen. "Für 2017 sind wir fast ausgebucht, für 2018 sind schon zwei Drittel der Kapazitäten belegt", freut er sich. Viel deutet darauf hin, dass sich die 2,5 Millionen Euro, die er für Kauf und Renovierung einsetzt, auch demnächst einmal rentieren werden. Am 27. Dezember 2016 soll Eröffnung sein - bis dahin ist noch viel zu tun.

Zunächst einmal hat von Keitz das Haus entrümpeln lassen. Die Kücheneinrichtung wurde entfernt, der vor der Mühle angebaute Wintergarten wird ein Seminarraum. Auch aus dem bisherigen Frühstücksraum samt Bar wird ein solcher. Ein Raum im Obergeschoss bleibt Seminarraum, ebenso der Raum über dem Restaurant. "Damit haben wir vier Räume für Gruppen zwischen zehn und 80 Personen", erläutert der Hobby-Hotelier.

Aufgestockt werden die Hotelkapazitäten. In den 26 Doppelzimmern soll künftig ein weiteres Bett platziert werden. Unter dem Dach werden weitere sieben Zimmer eingerichtet, so dass "wir insgesamt auf rund 100 Betten kommen werden".

Um die Heizkosten zu senken, soll das historische Mahlwerk durch Glaswände vom Gastraum und dem darüber liegenden Seminarraum abgetrennt werden. "Das Dach darüber ist nicht gedämmt, deshalb zog viel Wärme ab", erläutert von Keitz, der auch mit Brandschutzbestimmungen seine Bekanntschaft machte.

Zwar kannte er viele schon von einem vorherigen Umbau. Doch wusste er noch nicht, dass Hotelgäste und Personal unterschiedliche Fluchttreppen nutzen müssen. Im Hoteltrakt wird er auch einen Durchlass vom Erdgeschoss zur ersten Etage schließen müssen. Im Hofbereich soll mit einer Art Wintergarten ein witterungsunabhängiger Weg vom Restaurant zum Hotel geschaffen werden.

Nach dem Aufräumen wartet von Keitz nun auf die Genehmigung der geplanten Veränderungen. Die Denkmalbehörde des Landes hat Zustimmung signalisiert, auch der Nettetaler Denkmalschützer Helmut Bertges "hat uns außerordentlich gut unterstützt", lobt der neue Mühlenbesitzer. Der Hinsbecker Schreinermeister Dieter van de Ven will ihm dabei helfen, das Mahlwerk wieder in Gang zu bringen, denn "das hat er früher auch schon einmal geschafft".

Wenn das Seminarhaus nicht belegt sei, könnten hier auch Hochzeiten oder andere Feiern stattfinden, stellt sich von Keitz vor. Auf jeden Fall will er versuchen, vor der Mühle ein "Schönwettercafé" mit einem "stillen Örtchen" einzurichten, falls der Naturschutz nichts dagegen hat. Vor allem für Letzteres hat er ein Bedürfnis festgestellt, als er um das Haus herum ging und sah, dass nicht nur Hunde dort etwas hinterlassen hatten. Im Übrigen schwärmt er von der Gegend: "Wenn hier nicht alles so idyllisch wäre, wäre mein Herz nicht so aufgegangen."

Quelle: RP
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