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Nettetal
Lichterfeen und eine Graffiti-Krippe

Nettetal. Das 20. Lichterfest in Kaldenkirchen verbreitete einmal mehr sein ganz besonderes Flair mit vielen neuen Einfällen. Der Adventsmarkt in Lobberich gewinnt am alten Rathaus und in der Alten Kirche deutlich an Atmosphäre. Von Inge von den Bruck

Wie heißt es so routiniert? "Alle Jahre wieder." Aber das traf auf das Lichterfest keineswegs nicht zu. Das 20. Lichterfest in der Kaldenkirchener Innenstadt hatte eine ganz besondere Ausstrahlung. Den Höhepunkt bildete nicht das gemeinschaftliche Singen zum Abschluss, und der große Adventskranz wurde eher als Teil von Normalität betrachtet. Die mit großem Beifall begrüßten Lichterfeen verbreiteten den Zauber dieses Lichterfestes.

Zehn Engel zogen an beiden Tagen, begleitet von sphärischer Musik durch die Innenstadt. Sie tanzten und waren nur da - aber nachhaltig. Die Mädchen der Tanzgarde von "Alles det met" hatten hart an der Choreographie gearbeitet. Ihr Lohn waren viel Lob und Anerkennung. Den zweiten Höhepunkt schuf Ollie Grünspan vom Kindermitmach-Theater mit der "Perle vom Nikolaus".

In der Innenstadt garantierte die Einheitlichkeit der adventlich geschmückten Stände eine heimelige Atmosphäre. Schon kurz nach der Eröffnung am Freitagabend breitete sich eine wundervolle Stimmung aus. Die jetzt schon zahlreichen Lichterfest-Besucher genossen die Musik von Nice Valley unter der Überschrift "Rock meets Christmas". Auch die Schuppenband war am Samstagabend Garant für gute Stimmung. Am Sonntag spielte die Kreisfeuerwehrkapelle zum Ausklang des Lichterfestes und animierte zum traditionellen gemeinsamen Singen.

"Traditionell" waren auch der weiße Apotheker-Glühpunsch der Adler Apotheke und die Feuerzangenbowle aus dem Wäsche-und-Dessous-Haus Selke. Das Rezept wollte Inhaberin Jakobine Albrecht-Hermanns nicht verraten, nur so viel: Viele Gewürze im Gewürzsäckchen, ein großer Zuckerhut und guter Wein. Auch der Freundeskreis "Tote Hosen" kochte seinen beliebten Weihnachtstraum und überraschte ganz nebenbei mit einigen "selbst gemachten Warmhalte- und Kochneuheiten". Brächte man sie in Produktion, gäbe es bestimmt guten Umsatz. Abnehmer fanden auch Studenten der Fontys Hochschule Venlo. An sieben Ständen lockten sie mit kreativen Ideen ihrer Mini-Firmen.

Das Weihnachtsdorf auf dem Platz vor dem alten Rathaus wird von Jahr zu Jahr größer. Der Adventsmarkt im alten Lobbericher Zentrum etabliert sich zusehends. Den weithin sichtbaren Mittelpunkt bildete wieder die große Weihnachtstanne. Sie bildet mit den um sie herum gescharten einheitlichen hölzernen Adventsmarktbuden das Herz des Geschehens.

Zu den Attraktionen in Lobberich gehört in der Adventszeit stets auch die lebendige Krippe, die für Besucher jedes Alters eine große Anziehungskraft hat. Schon zur Eröffnung des Adventsmarkes ging es angemessen feierlich und erwartungsfroh zu. Der Musikerverein "Cäcilia" Hinsbeck spielte bekannte Lieder des Advents und der Weihnachtszeit. So mancher Zuhörer sang oder summte mit.

"Der Glühwein gehört einfach dazu, auch wenn die Temperaturen nicht ganz so sind", meinte ein Besucher genießerisch. Seine Ehefrau bestellte lieber einen Kakao mit Amaretto und Sahne. Wer vorher für eine feste Grundlage sorgen wollte, hatte die Qual der Wahl. Die Messdiener bereiteten Champignons zu, es gab Pommes, Reibekuchen, Brötchen mit Spanferkel und deftigen Grünkohl. Im Duft von Glühwein und Reibekuchen boten Händler Schmuck, weihnachtliche Accessoires, Mützen, Schals und Handschuhe an ihren Ständen feil. Schulen und Kindergärten hatten eifrig gebastelt, um auf dem Adventsmarkt etwas zu verkaufen. Die Kinder besuchten die lebendige Krippe und bestiegen das nostalgische Kinderkarussell. Die Frauen-Union bot gemeinsam mit dem Werbering die bekannten bunten Menschen an. Der Verkaufserlös wird einer karitativen Einrichtung gespendet. Der VVV zeigte wieder alte Ansichten aus Lobberich, die erneut viel Anklang gerade bei jüngeren Betrachtern fanden.

Viel los war in der Alten Kirche. Der Nikolaus freute sich über viele Kinder, das Kirchencafé hatte viele Gäste. Die Besucher sahen interessiert zu, wie Julian Seeger und Nico Kupschuss eine Graffiti-Krippe sprayten. Um diese Krippe wird sich die Weihnachtsmesse am Heiligen Abend drehen. "Das Jesuskind wird nicht in der Krippe liegen, sondern in einem Flüchtlingsboot sitzen", kündigte Dr. Bastian Rütten vom Förderverein Alte Kirche an.

Quelle: RP
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