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Nettetal
Maut-Gegner sammeln Briefe an Dobrindt

Nettetal: Maut-Gegner sammeln Briefe an Dobrindt
Nach Nettetal kommen viele Niederländer, um dort zu tanken oder einzukaufen. Geschäftsleute fürchten, dass viele der Stadt fernbleiben werden, wenn eine Pkw-Maut kommt. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Nettetal. Der VVV Nordhorn leitet Briefe von Kommunen, Einzelhändlern, Gastronomen und Bürgern ans Bundesverkehrsministerium weiter. Von Philipp Peters

Der VVV-Stadt- und Citymarketing Nordhorn führt seinen Kampf gegen die von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt geplante Pkw-Maut fort. Nach den Aufklebern, die an deutsche und niederländische Autofahrer verteilt wurden, soll nun ein Informationsflyer die Bevölkerung besser aufklären. "Wir mussten bei unseren Aktionen leider feststellen, dass viele Bürger, aber auch viele direkt Betroffene ein falsches Bild von den Maut-Plänen des Bundesverkehrsministers haben", stellt Heiko Brüning, Geschäftsführer des VVV Nordhorn, fest. Nach wie vor sei vielen Menschen nicht klar, dass die Maut auf allen Straßen und nicht nur auf Autobahnen gelten soll - anders als im Koalitionsvertrag vereinbart.

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Für Sonntag, 21. September, ist eine Demonstration mit Fahrrädern geplant - unter dem Motto "Für die Region - gegen die Maut". Möglichst viele Bürger sollen dann gegen die Einführung einer flächendeckenden Maut mit einer Fahrradtour von Denekamp nach Nordhorn protestieren. "Das Fahrrad steht für die enge Verbundenheit zu unseren Nachbarn, aber es verweist auch auf seine touristische Nutzung", sagt Brüning. Startpunkt der Fahrraddemonstration wird der Rathaus-Vorplatz in Denekamp um 15 Uhr sein. Vor dort fahren die Maut-Gegner mit einem Zwischenstopp an der Grenze nach Nordhorn.

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Die Kampagnen-Macher wollen aber auch in den Dialog mit Minister Dobrindt eintreten und haben ihn zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Auf dem Weg könnte sich der Minister die Sorgen von niederländischen Nachbarn, den Einzelhändlern und den touristischen Dienstleistern aus erster Hand anhören. Bisher hat das Bundesverkehrsministerium das Schreiben weder bestätigt noch beantwortet. "Wenn Herr Dobrindt kneift und sich nicht der Diskussion stellt, dann ist das für uns ein Zeichen, dass seine Pläne auf wackeligen Füssen stehen", sagt Tilman Stürmer, erster Vorsitzender des VVV Nordhorn, als Bewertung des bisherigen Schweigens des Ministers.

Am 9. November will man mit einer weiteren spektakulären Aktion gegen die Maut aufwarten: Zum verkaufsoffenen Sonntag wird für Niederländer - natürlich nur rein symbolisch - die Innenstadt mit Schlagbäumen an den Zufahrtswegen abgeriegelt und der Zugang nur mit einer Vignette gestattet.

Außerdem will der VVV eine Dokumentation erstellen, die das regionale Meinungsbild zur Maut widerspiegelt. Sie soll Ende des Jahres dem Bundesverkehrsminister überreicht werden. Die Dokumentation soll Briefe von Kommunen, Einzelhändlern, Gastronomen und Bürgern enthalten.

Der VVV bittet daher alle Interessierten, ein Statement zur Maut abzugeben. Der Kommentar zur Maut sollte höchstens eine Seite lang sein. Er sollte zwar direkt an den Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt adressiert sein, jedoch beim VVV per Post, E-Mail oder Fax eingereicht werden, damit dort die Dokumentation erstellt werden kann. Es werden nur Briefe an den Minister weitergeleitet, die eine vollständige Anschrift enthalten und keinen ehrverletzenden Inhalt haben.

Die Anschrift des Bundesverkehrsministers lautet: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), Herrn Alexander Dobrindt, Invalidenstraße 44, D-10115 Berlin.

Der VVV Nordhorn ist unter VVV-Stadt- und Citymarketing Nordhorn e.V., Firnhaberstraße 17, 48529 Nordhorn postalisch, unter 05921 8039-39 per Fax und per E-Mail unter info@vvv-nordhorn.de zu erreichen.

Quelle: RP
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