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Nettetal
Mit Bienenfleiß allein ist es nicht getan

Nettetal: Mit Bienenfleiß allein ist es nicht getan
Referent Guido Eich (links) fachsimpelte auf dem Naturschutzhof mit dem Vorsitzenden der Imker im Kreis Viersen, Hermann Diederich (rechts) und "Imkerneuling" Bernd Sommer. FOTO: Busch
Nettetal. Der Imkerverband im Kreis Viersen informierte Neulinge und erfahrene Kollegen über den richtigen Umgang mit dem Insekt. Immer mehr Bürger entdecken ihre Liebe zur Hobby-Imkerei - machen aber dabei nicht alles richtig. Von Matthias Mertens

Es geht geschäftig zu in einem Bienenstock. Arbeiterinnen und Drohnen tummeln sich um die Königin, schwirren aus und kommen mit Pollen und Nektar als Nahrung zurück. Bis zu 60 000 Bienen können so zusammen als strukturierter Verbund in ihrer Behausung leben. Weltweit zählen Bienen zu den wichtigsten Bestäubern. Sie sind daher ein enorm wichtiger Bestandteil des ökologischen Systems. Etwa eine Million Bienenvölker werden derzeit in Deutschland von Imkern gehalten. Aber die Imker machen sich Sorgen um die Zukunft der Bienenzucht.

"Viel gelernt - manches falsch gemacht" war der Titel einer Veranstaltung des Kreis-Imker-Verbandes auf dem Naturschutzhof in Sassenfeld. Die Experten informierten Anfänger, aber auch erfahrene Imker über die optimale Haltung der Bienen. Um typische Fehler zu beheben oder ihnen vorzubeugen, wollten Fachleute alle Fragen rund um die Biene, ihre Zucht, Haltung und Wert für die Natur beantworten.

"Heutzutage wird man mit Informationen überschüttet. Das Internet, Bücher und Fachzeitschriften sind aber nicht alles. Nur durch den Austausch mit erfahrenen Imkern und Experten wird man ein wirklich besserer Imker", erklärte Hermann Diedrich, der Vorsitzende des Kreis-Imker-Verbandes. Er selbst hält in seinem Garten zehn Bienenvölker.

Davon träumt Bernd Sommer noch. Der Brüggener übt erst seit diesem Jahr das faszinierende Hobby der Imkerei aus. Seit Kurzem hält er ein eigenes kleines Jungvolk im Garten. "Ich habe einen Bericht über die Bedeutung der Biene gelesen. Honig kann man zwar importieren, aber die eigentliche Arbeit der Bienen für die Natur geht nur hier vor Ort. Also müssen wir die Rahmenbedingungen schaffen und den Bienen helfen", erklärte er, warum er sich der Imkerei zugewandt hat. Auf dem Naturschutzhof lernte Bernd Sommer den Umgang mit den Bienen in einem weißen Schutzanzug, er konnte bei der Arbeit und Honiggewinnung helfen und so die nötigen ersten Erfahrungen sammeln, um dann selber ein Bienenvolk zu halten. "Jetzt geht es so langsam Richtung Herbst. Die Nahrung wird knapper und die Überwinterung steht kurz bevor. Da brauche ich noch einmal einige Tipps und Ratschläge von den Experten", sagt der Imker-Neuling.

Mit der Überwinterung von Bienen kennt Justus sich bestens aus. "Selbst wenn es draußen stürmt und schneit, ist es im Bienenstock schön warm. Tausende Bienen rücken eng zusammen und mitten drin ist die Königin", erklärt Justus. Zwar ist er erst 13 Jahre alt, doch gemeinsam mit seiner jüngeren Schwester Britta ist er schon seit einigen Jahren selber für ein Bienenvolk verantwortlich. "Schon als ganz kleine Kinder hat unser Vater uns mit den Bienen vertraut gemacht. Heute laufe ich immer nach der Schule direkt zu meinen Bienen und schaue nach dem Rechten", berichtet er eifrig.

Der Vorsitzende des Kreis-Imker-Verbands, Hermann Diedrich, freut sich über den jungen Imkernachwuchs und das große Interesse von Anfängern. "Egal ob jung oder alt. Jeder, der wirkliches Interesse hat, kann einen Bienenstock im Garten halten." Sogar in einer Großstadt auf dem Balkon ist es möglich, ein Bienenvolk zu beheimaten. Aber gerade am Niederrhein gelten die Voraussetzungen als optimal. Die weiten Felder und die blühende Landschaft brauchen natürlich auch viele Bienen. Aber nicht nur die hiesige Natur profitiert von einem Bienenvolk im heimischen Garten. Der eigene Honig schmeckt auch hervorragend.

Quelle: RP
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