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Nettetal
Mit dem "Hayat" schließt der letzte Saal

Nettetal: Mit dem "Hayat" schließt der letzte Saal
Der frühere Saal Hermes, ehe er in den Saal Hayat umgewandelt wurde. Der Betreiber richtete hier hauptsächlich türkische Hochzeiten aus. Die Gaststätte soll weiter betrieben werden, was mit dem Saal geschieht, ist offen. FOTO: Busch
Nettetal. Nur wenige Schaager kamen in die "Nette Runde" von Bürgermeister Christian Wagner. Es gibt offensichtlich kaum Kummer im Stadtteil. Von Inge von den Bruck

Große Sorgen haben die Schaager wohl keine. Zur Nette-Runde mit Bürgermeister Christian Wagner und Vertretern der Stadtverwaltung kamen nur wenige Bürger in die Begegnungsstätte Kindter Eck. Wer's bisher nicht wusste, erfuhr dort dann, dass der Saal Hayat - bis 2012 noch Saal Hermes - in der kommenden Woche schließen wird. Das zumindest bestätigte Ortsvorsteher Günter Syben.

Wagner berichtete zunächst über den Baufortschritt des Feuerwehrgerätehauses, dessen offizieller Spatenstich in einigen Tagen erfolgen wird. Die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche erläuterte gerne und ausführlich die Pläne. Schließlich liegt ihr Nettetals Feuerwehr bekanntlich besonders am Herzen. Am Gebäude, das teilweise feuerrot wird, werden 42 Stellplätzen ausgewiesen. Die ungeordnete Parksituation am Friedhof will die Stadt mit Markierungen in den Griff bekommen. Vermietet werden die Räume nicht an Dritte, lediglich Feuerwehrleute können sie auch mal nutzen.

Das führte zum Gerücht über die Schließung des Hayat. "Dann haben wir in Schaag keinen Saal mehr", stellte CDU-Chef Willi Adrians betroffen fest. Der Gaststättenbetrieb laufe weiter, berichtete der Ortsvorsteher. Eigentümer Elmar Jansen habe eine Nachfolgerin gefunden, die den Betrieb der Wirtschaft aufrecht hält. Die Bindung des Saalförderungskonzeptes laufe bereits im Jahr 2018 aus, ergänzte Günter Sieben. Der Martinsverein überlege bereits, zum Martinsfest ein Zelt auf dem Sportplatz aufzustellen.

"Und was ist mit dem "Schandfleck" auf der Annastraße, "gegenüber von Scharder Marlene", wollte der einstige Ortsvorsteher Berto Lüthen wissen. Bis in die 1970er-Jahre stand dort eine Tankstelle. Seit ihrem Abriss sei da nichts mehr geschehen. Susanne Fritzsche gab zu bedenken, dass im Boden noch ein Tank vermutet wird. Die Sanierungskosten des Geländes dürften also beträchtlich sein. "Apropos Schandfleck", fuhrt Lüthen fort. Ihm ist das Haus an der Mühlenbauchaue/ Ecke Furth ein Dorn im Auge. "Beim Brand seinerzeit hätte man besser nicht sofort die Feuerwehr rufen sollen, das unbewohnte Haus verkommt immer mehr", brummelte er. Dafür sei das Haus immerhin bis in den Libanon bekannt. Die Erbengemeinschaft der Immobilie sei weltweit verteilt.

Auf die Frage, wie es mit dem Um- und Anbau der katholischen Kindertagesstätte St. Anna steht, gab der Bürgermeister eine positive Antwort: Der Anbau soll im Herbst in Betrieb gehen. "Wie will die Stadt eigentlich die Situation vor der Kindertagesstätte und der Schule zu den Abhol- und Bringzeiten der Kinder in den Griff bekommen", fragte Schaags CDU-Vorsitzender Willi Adrian. Da herrsche ein enormer Verkehrsdruck, selbst Garagenauffahrten würden zugeparkt. "Das ist doch kein Zustand", empörten sich einige Schaager. Für die einstige Kindergartenleiterin Wendeline Künstler ist das nicht neu. Seit 31 Jahren sei das so. "Die Eltern wollen ihr Kind am liebsten bis in die Gruppe fahren", sagte sie. Selbst Kinder, "die nur um die Ecke wohnen", würden mit dem Auto gebracht. Kontrollen des Nettetaler Ordnungsamtes hätten nicht gefruchtet. Die Stadt will jetzt die Polizei zurate ziehen.

Quelle: RP
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