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Nettetal
Mittelständler helfen bei der Integration von Flüchtlingen

Nettetal. Jung, dynamisch, progressiv muss ein erfolgreicher Unternehmer nicht unbedingt sein. Wohl aber verantwortungsbewusst, zielstrebig, sozial engagiert. So wie Gerald Laumans, Gebr. Laumans Ziegelwerke in Bracht, und Knut Lappen, Gebr. Sauels Spedition in Leuth: Für ihr wirtschaftliches und gesellschaftliches Engagement wurden die beiden Unternehmer am Mittwochabend von der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU im vollen Leuther Saal Dückers mit der Matthias-Timmermanns-Gedenkmedaille ausgezeichnet. Beim Festakt mit viel politischer Prominenz aus der Region kamen, umrahmt vom Pfarrorchester Leuth, auch ernste Themen zur Sprache - von Flüchtlingen bis zum Gewerbegebiet Venete.

Den Kreis Viersen als "besonderen Standort" hob in seinem Vortrag Jürgen Steinmetz hervor. Der 47-jährige neue Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein versprach, Viersen "mehr ins Visier zu nehmen". Bedeutsame Veranstaltungen sollten nicht nur in den Großstädten des Bezirks stattfinden, womöglich schon 2016 soll im Kreis "ein Bildungskongress besondere Akzente setzen".

Mit entscheidend fürs wirtschaftliche Wachstum kann laut Steinmetz sein, beispielswiese auf den "Akademisierungswahn" zu reagieren, Studienabbrecher aufzufangen und auszubilden - als Maßnahme gegen Fachkräftemangel. Gute Chancen böten auch grenzüberschreitende Maßnahmen. Konkreter wurde da Nettetals Bürgermeister Christian Wagner (CDU), der in seinem Grußwort aufs deutsch-niederländische Gewerbegebiet einging: "In Venete tut sich was!" Damit meine er nicht die vielen Kunden an der neuen Tankstelle: Zwar sei "noch kein Eisbrecher da, aber die Gespräche intensivieren sich", deutete er eine mögliche Ansiedlung von Unternehmen an. Unter den Firmen im Kreis sind es laut Wagner gerade die mittelständischen, die "die meisten jungen Menschen ausbilden". Künftig würden dazu "viele Flüchtlinge kommen, die vor dem Terror fliehen mussten". Bei ihrer Integration, Deutschkenntnisse vorausgesetzt, komme den "Mittelständlern besondere Aufgaben" zu, sagte Wagner.

Engagiert ist da bereits Gerald Laumans, der in seiner Firma "Praktikumsplätze für Flüchtlinge geschaffen" habe, hob Thomas Timmermanns in seiner Laudatio auf die Preisträger hervor.

Überhaupt seien beide Geehrten, Laumans wie Lappen, "sozial sehr engagiert", setzten auf ein vernünftiges Miteinander in ihren Betrieben: Und zufriedene Mitarbeiter seien auch ein "Schlüssel zum Erfolg".

(jobu)
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