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Nettetal
Modellflieger nach Unglück unter Schock

Nettetal: Modellflieger nach Unglück unter Schock
Auf dem Gelände des Motorflug-Club (MFC) Grenzland Nettetal wurde ein Mann schwer verletzt. Unser Foto zeigt den Platz bei einem Großseglertreffen. FOTO: busch
Nettetal. Am Sonntag stürzte ein Modellsegelflieger über dem Flugplatz ab und traf einen Dülkener. Der Mann wurde so schwer verletzt, dass er in eine Spezialklinik eingeliefert werden musste. Gegen den Seglerpiloten wurde Anzeige erstattet Von Tim Specks

Nach einem Modellflugzeug-Unfall auf dem Flugplatz in Nettetal-Breyell sitzt der Schock bei den Mitgliedern des Modellflug-Club (MFC) Grenzland tief. "In der 42-jährigen Geschichte unseres Vereins haben wir so etwas noch nicht erlebt", sagte Vorstandsmitglied Hans Arnold Paulsen gestern unserer Redaktion. "Dass so etwas möglich sein könnte, war für uns bislang unvorstellbar. Das ist eine absolute Katastrophe", so Paulsen.

Am Tag zuvor war es gegen 13.40 Uhr auf dem Flugplatz für Modellflugzeuge am Driesenweg zu einem dramatischen Unglück gekommen. Aus bisher ungeklärter Ursache stürzte ein Segelflieger über dem Gelände ab und traf einen 47-jährigen Dülkener. "Ein paar Vereinsmitglieder leisteten sofort Erste Hilfe", sagt Hans Arnold Paulsen. Wenige Minuten später seien die alarmierten Rettungskräfte eingetroffen. Ein Sanitäter habe dann festgestellt, dass dem Unfallopfer vor Ort nicht ausreichend geholfen werden kann. Nach einer ersten Behandlung im Rettungswagen wurde er aufgrund der Schwere seiner Verletzungen im Gesicht und am Kopf mit einem Rettungshubschrauber in die Uni-Klinik in Düsseldorf eingeliefert. Nach Aussagen der Polizei bestand für den Verletzten jedoch keine Lebensgefahr.

Den Unfall-Hergang kann sich Paulsen bislang nicht erklären. Segelflieger würden mit Hilfe eines rund 20 Meter langen Seils mit einem Miniatur-Motorflugzeug verbunden, das den Segler dann in die gewünschte Höhe bringt, wo er dann ausgeklinkt wird. Beide Flugzeuge werden unabhängig voneinander per Funkanlage gesteuert. Die beiden Männer, die das Motorflugzeug und den Segelflieger am Sonntag steuerten, waren laut Paulsen erfahrene Piloten. Wie es dazu kam, dass der Segler, der rund drei Kilogramm wiegt und eine Spannweite von etwa drei Metern hat, außer Kontrolle geriet, darüber gebe es bislang keine Erkenntnisse. "Da werden wir nachforschen", so Paulsen. Auch rechne der Nettetaler Verein damit, dass die Luftaufsichtsbehörde Kontakt mit dem Modellflug-Club aufnehmen wird. Alle drei Beteiligten - sowohl die Piloten, als auch das Unfallopfer - sind MFC-Mitglieder. Hans Arnold Paulsen geht davon aus, dass sich am Sonntag alle an die auf dem Flugplatz geltenden Sicherheitsvorschriften gehalten haben. "Die Sicherheit ist bei uns Thema Nummer eins, deshalb gibt es unter anderem auch Flugleiter auf unserem Platz", sagt er. Deshalb sei seine Vermutung, dass vor dem Start der Flugzeuge alles in Ordnung gewesen sei.

Das Flugzeug wurde von der Polizei nicht sichergestellt. Noch am Sonntag führte sie jedoch Befragungen auf dem Flugplatz durch. Gegen den Piloten des Segelfliegers nahm sie von Amtswegen her Anzeige auf. Der Verdacht lautet zunächst auf Körperverletzung. Die Ermittlungen dauern an. Ein Polizeisprecher betonte jedoch, es sei ein "unglücklicher Fall, dass jemand genau dort steht, wo der Flieger runterkommt".

Quelle: RP