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Nettetal
Müllsortierung in Venete: wichtige Fragen und Antworten

Nettetal: Müllsortierung in Venete: wichtige Fragen und Antworten
2019 soll das neue Abfall- und Logistikzentrum des Kreises Viersen in Gewerbegebiet Venete fertig sein. FOTO: kreis Viersen
Nettetal. Anwohner befürchten Abfallberge, Gestank und ein höheres Verkehrsaufkommen. Der Kreis tritt dem entgegen Von Daniela Buschkamp

Der Abfallbetrieb des Kreises Viersen will im Gewerbegebiet Venete in Kaldenkirchen ein Abfall- und Logistikzentrum errichten. Anwohner haben Bedenken.

Was ist geplant? "Es geht weder um eine Abfalldeponie noch um gefährliche Schadstoffe", sagt Andreas Budde, Bau- und Umweltdezernent des Kreises sowie Betriebsleiter des Bauherren ABV. In einer geschlossenen Halle sollen Abfälle der Bürger umgeladen und dann zu den Verwertungs- und Entsorgungseinrichtungen gefahren werden. Der direkte Transport mit den Sammelfahrzeugen sei unwirtschaftlich. Die Kommunen sind für die Abfallsammlung zuständig, der Kreis Viersen für deren Annahme und Entsorgung.

Was ist mit den Befürchtungen der Anwohner, es gebe mehr Verkehr und Geruchsbelästigungen? "Wir nehmen die kritischen Nachfragen selbstverständlich ernst", sagt Markus Wöhrl, Sprecher des Kreises Viersen. Aus den bisherigen Planungen gehe hervor, dass die Sorgen unbegründet seien. Auch die Kaldenkirchener CDU sieht Probleme: "Eine Feinstaubbelastung ist zu prüfen und auszuschließen." Dabei verwundere es, dass die eingeschalteten Prüfer weder über detaillierte Ortskenntnis zu den Straßen in Kaldenkirchen verfügen, noch ihnen eine installierte Messanlage zur Feinstaubbelastung bekannt seien.

Wie sieht es mit Geruchsbelästigungen aus? Laut Kreis-Sprecher Wöhrl würden die Ergebnisse zeigen, dass die Auswirkungen durch die Anlage für die angrenzende Wohnbebauung "gering bis vernachlässigbar" seien. "Die Absauganlagen haben moderne, effiziente Filter gegen Gerüche. Ein leichter Unterdruck in der Halle, in der der Rest- und Bioabfall umgeladen werden, sorgt dafür, dass auch beim Öffnen der Tore für Lkw kaum Gerüche entweichen." Die Anlage werde eine sehr moderne Technik bekommen. Geplant sei an den Einfahrten in die Halle ein "Luftschleier", den viele Bürger aus den Eingangsbereichen großer Kaufhäuser kennen. Wie viel Verkehr wird entstehen? "Wir können die Lkw-Fahrten aufgrund unserer Erfahrungen mit dem Müllaufkommen im Kreis sehr genau planen", erklärt Wöhrl. Es gehe um 100 Lastwagen pro Tag, die durch An- und Abfahrt 200 Fahrbewegungen verursachen.

Werden die Laster über die Hauptverkehrsstraßen in Kaldenkirchen rollen, wie Anwohner befürchten? Durch Verträge werden die Lkw-Fahrer dem Kreis-Sprecher zufolge dazu verpflichtet, die A 61 direkt über die Zufahrt Nettetal-West anzusteuern. Bereits im Genehmigungsverfahren für Venete sei das zusätzliche Aufkommen durch Verkehr mit eingerechnet. Davon würden die Lastwagen des Wertstoff- und Logistikzentrums jetzt einen Anteil nutzen.

Was wollen die Anwohner, die Bedenken haben, jetzt tun? Im Netzwerk Facebook ist die Gruppe "Venete ja, aber nicht so" eine Plattform. Zurzeit wollen sich rund 30 bis 35 Anwohner zu einer real agierenden Gruppe formieren. "Wir werden uns in dieser Woche zwei Mal treffen und entscheiden, wie wir weiter vorgehen", sagt Jakobine Hermanns gestern, Anwohnerin der Steyler Straße,

Quelle: RP
 
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