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Nettetal
Muslimische Gemeinde lädt Flüchtlinge ein

Nettetal. Zum islamischen Opferfest kochen am Samstag Frauen und Männer des Moscheevereins für ihre Gäste und möchten mit ihnen feiern. Von Joachim Burghardt

Mit Abraham fing alles an: "So wie der Prophet aus Dankbarkeit Gott ein Schaf geopfert hat, so feiern wir Muslime heute das Opferfest, verbunden mit Spenden an Menschen, denen es nicht so gut geht", erklärt Hayfa Kassas von der muslimischen Gemeinde Lobberich.

Das Besondere daran in diesem Jahr: "Wir möchten den Flüchtlingen in Nettetal zum Opferfest etwas Gutes tun, laden sie am kommenden Samstag, 26. September, zum Essen ein."

Aufgerufen dazu hatte Imam Ali Ünal, Vorsteher der Gemeinde, die Idee hatten Tahir Yavuz und Hayfa Kassas vom Moscheeverein. Hintergrund: Etliche Mitglieder der Gemeinde sind ehrenamtlich in der Integrationsarbeit und der Flüchtlingshilfe engagiert, möchten nun öffentlich ein Zeichen der Solidarität mit den vielen Flüchtlingen in der Stadt setzen.

"Das Opferfest hängt zeitlich mit dem Haddsch zusammen, der Pilgerfahrt nach Mekka", schildert Kassas. Theologischer Anlass: Beeindruckt vom Glauben Ibrahims, der sogar seinen Sohn opfern wollte, unterband Allah das Opfer, der Prophet schlachtete daraufhin ein Schaf und feierte Allah zu Ehren. Nachzulesen in Sure 37 des Koran - oder in der Bibel im Alten Testament (Genesis 22), wo der Prophet Abraham heißt. Für Muslime ist das Opferfest mit dem Ritual des Schlachtens als Sinnbild, verbunden mit Spenden für Bedürftige, der höchste islamische Feiertag.

Geschlachtet wird in der Moschee an der Burgstraße 3 allerdings nicht: "Wir kaufen bei einigen Fleischern in der Umgebung, die koscheres Lammfleisch haben", so Kassas. Aus diesem Fleisch soll zusammen mit Zutaten wie Reis und Salaten ein Festmahl bereitet werden, auch für Vegetarier gebe es genug zu essen. Einladungen wurden in Unterkünften für Flüchtlinge verteilt.

"Um 15 Uhr beginnen wir mit dem Fest für Flüchtlinge, wir Frauen und Männer von der Moschee kochen und möchten zusammen mit unseren Gästen feiern", lädt Kassas ein. Ehrenamtliche Betreuer der Flüchtlinge seien ebenfalls gern gesehen: "Alle Gäste sind herzlich willkommen, völlig unabhängig davon, welchen Glauben sie haben."

Quelle: RP
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