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Nettetal
Nach dem Sekundentod zurück im Leben

Nettetal. Michael Zillekens brach bei einer Sitzung zusammen. Nach der Genesung sammelt er Geld für einen Defibrillator Von Daniela Buschkamp

Michael Zillekens war tot, für wenige Sekunden. Bei einer Sitzung des Karnevalskomitees im Lobbericher Seerosensaal wurde der 51-Jährige plötzlich aus dem Leben gerissen, brach auf der Bühne zusammen. Dass er zurück ins Leben gefunden hat, verdankt er den Helfern der Nettetaler Feuerwehr, einer raschen Herzmassage und einem Defibrillator. "Ich feiere jetzt zwei Mal im Jahr Geburtstag", sagt der Lobbericher, den viele als Hoppeditz kennen. Der 11. Februar ist für Michael Zillekens dieser zweite Geburtstag.

Er selbst hat von der Gefahr, in der er schwebte, nichts mitbekommen. "Am Schlimmsten war es wohl für meine Frau, die alles mitansehen musste", meint Michael Zillekens. Völlig unvorbereitet habe sein Herz aufgehört zu schlagen, er sei vorher nicht krank gewesen.

Noch heute hat Michael Zillekens Kontakt zu dem Retter, dessen Massage sein Herz wieder schlagen ließ. Geblieben ist auch die tiefe Dankbarkeit für die Nettetaler Feuerwehr.

Nach seiner Rettung selbst etwas für die Retter zu tun - das hat der Lobbericher jetzt vor. Seine erste Idee war eine Spende für die Feuerwehr. Doch nach intensiven Gesprächen nahm ein neuer Plan Form an - ein Plan, wie auch andere Menschen mit plötzlichem Herzstillstand gerettet werden können. Michael Zillekens rief zu Spenden für einen Defibrillator auf. Er sprach Familienmitglieder, Freunde und Bekannte an, startete einen Aufruf im sozialen Netzwerk Facebook. Nach seiner Erfahrungen ist er überzeugt: "Diese Geräte sollten in allen öffentlichen Räumen verfügbar sein." Denn damit hat er den Sekundentod überlebt.

An der Schwelle zum Tod zu stehen, das hat Michael Zillekens nachhaltig verändert. "Wer so etwas erlebt hat, kann nicht einfach so weitermachen wie zuvor", sagt der Lobbericher.

Er habe die Zeit im Krankenhaus und in der Reha genutzt, um über sein Leben nachzudenken. Zillekens tauschte den 14-Stunden-Job als Geschäftsführer gegen eine Aufgabe als Betriebsleiter in Wachtendonk. "Jetzt kann ich mit dem Rad zur Arbeit fahren. Und ich versuche, mehr Sport zu machen", sagt der 51-Jährige.

Dass er im Seerosensaal zurück ins Leben geholt wurde, daran wird dort bald ein neuer Defibrillator erinnern. Dafür will Michael Zillekens das gesammelte Geld nutzen.

Quelle: RP
 
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