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Nettetal
Nach dem Urlaub in den Sommerjob

Nettetal: Nach dem Urlaub in den Sommerjob
Für den Bauhof Nettetal sind in den Sommerferien viele Schüler, wie Michael Das (l.) und Vincent Biermann (r.), im Einsatz. Vorarbeiter Georg Lefkes schneidet Hecken und Sträucher, die jungen Gehilfen laden den Grünschnitt auf. FOTO: Busch
Nettetal. Vincent Biermann und Michael Das arbeiten für drei Wochen auf dem Bauhof der Stadt Nettetal, um sich in den Sommerferien das Taschengeld aufzubessern. Sie helfen bei der Pflege der Spielplätze Von Jannetta Janssen

Es ist sehr früh am Morgen. Auf dem Bauhof der Stadt Nettetal kommen die ersten Arbeiter an. Unter ihnen sind Michael Das (17) und Vincent Biermann (16). Die beiden Schüler unterstützen für drei Wochen während der Sommerferien die städtischen Mitarbeiter bei der Grünanlagenpflege in ganz Nettetal. "Besonders während der Ferien sind wir auf Schüler und Studenten angewiesen, da jetzt Urlaubszeit ist", sagt Reinhard Borgmann, der seit 1980 auf dem Bauhof arbeitet und die Schülerjobs vergibt.

Es nieselt. Vincent zieht sich den Pullover höher und bringt den Laubbesen Richtung Spielplatz. An der Schillerstraße in Kaldenkirchen hat er mit Michael und Kolonnenführer Georg Lefkes die Schneidearbeiten am Vortag noch nicht zu Ende gebracht. "Bei Starkregen stellen wir uns kurz unter, ansonsten arbeiten wir durch", sagt Lefkes.

Die beiden Schüler wollen die restliche Zeit der Sommerferien nutzen und sich etwas dazuverdienen. Konkrete Pläne mit dem Geld haben beide nicht: "Sparen", sagt der 16-jährige Vincent und ergänzt: "Und vielleicht kaufe ich mir ein neues Handy." Im Gegensatz zum Kaldenkirchener hat der 17-jährige Michael bereits Erfahrungen in Sachen Sommerjob. "Ich mache das hier schon seit einigen Jahren in den Ferien", sagt der Jugendliche. Durch seinen Vater, der ebenfalls auf dem Bauhof tätig ist, ist er auf den Sommerferienjob bei der Stadt aufmerksam geworden.

Vincent hat drei Wochen Urlaub an der Ostsee, in Berlin, München und am Gardasee hinter sich: "Mein bester Freund hat seine Ausbildung jetzt angefangen, da habe ich gedacht, ich könnte auch was tun", erklärt der Jugendliche, der in seiner Freizeit gerne Handball spielt.

Die ersten Tage haben die beiden bereits erfolgreich absolviert und sind froh, dass es nicht so heiß ist, wie in den vergangenen Wochen: "Da waren fünf Liter Wasser gar nichts, die man während der Arbeitszeit getrunken hat", sagt Georg Lefkes, der mit den Schülern Vincent und Michael zufrieden ist. "Da gab es schon ganz andere, die hatten offenbar noch nie einen Laubbesen in der Hand", sagt der Bauhof-Mitarbeiter.

Die Arbeit draußen macht beiden Schülern Spaß. "Noch! Am Ende der drei Wochen sieht das vielleicht anders aus", witzelt Vincent, der auf das Gymnasium in Mühlhausen geht. Nur 30 Minuten Pause haben die Mitarbeiter am Tag. "Dafür haben sie um 15.30 Uhr schon Feierabend", sagt Reinhard Borgmann.

Voraussetzung für den Job bei der Stadt sind Sicherheitsschuhe. Schüler unter 18 Jahren dürfen auch keine motorbetriebenen Maschinen bedienen. Georg Lefkes wirft die elektrische Säge an und setzt die Kopfhörer auf. Vincent und Michael warten, bis die ersten Äste und Blätter zu Boden fallen und kehren das Laub zu einem Haufen zusammen. Dass sie während der Arbeitszeit keinen Blick auf ihre Handys werden dürfen, macht den Zweien nichts aus. Georg Lefkes kennt das aber auch anders: "Die Truppe, die ich vorher hatte, war das Gegenteil. Kaum saßen wir im Auto, wurden die Smartphones gezückt", erzählt er.

Es ist kurz vor 9 Uhr. In wenigen Minuten haben die Männer die erste Pause. "Ich habe drei Brötchen, zwei Birnen und natürlich Wasser dabei", sagt Vincent. Denn Arbeiten macht hungrig. "Das erste, was ich mir nach der Arbeit mache, ist ein warmes Mittagessen. Anschließend gehts unter die Dusche", sagt er.

Der Wecker klingelt in den Ferien in den nächsten Wochen täglich um 6 Uhr, während der Schulzeit einiges später, deshalb gehen beide auch zeitig schlafen: "Ich bin gestern um 20 Uhr eingeschlafen", sagt Michael. Die ersten Handschuhe von Vincent sind nach zwei Tagen schon durchgescheuert. Nach und nach laden die Schüler das Grünzeug auf den Wagen. Nach der Frühstückspause fahren sie zum nächsten Spielplatz - einem von insgesamt 75 im ganzen Stadtgebiet.

Quelle: RP
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