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Nettetal
Nettetal gewinnt wieder Bürger hinzu

Nettetal: Nettetal gewinnt wieder Bürger hinzu
Links neben dem Gebäude der Bongartzstiftung in Lobberich soll ein Neubau für zwei Kita-Gruppen errichtet werden. Die Stadt plant die Eröffnung für den Sommer 2017. Die Zahl der Geburten steigt, es ziehen auch wieder Familien mit Kindern von auswärts in die Stadt. FOTO: Busch
Nettetal. Die Stadt profitiert leicht von günstigen Wanderungsbewegungen in der Bevölkerung. Außerdem steigen die Geburtenzahlen seit drei Jahren wieder etwas. In den Kindergärten gibt es zum 1. August ausreichend Plätze für alle. Von Ludger Peters

Jochen Müntinga ist sehr zuversichtlich. "Alle Kinder in Nettetal sind zum 1. August mit einem Platz in einer Kita versorgt", sagt er. Der Leiter des Familienbüros im Rathaus kann gelassen in die nähere Zukunft schauen, weil er in die mittelfristige Planung auch Wanderungsbewegungen eingerechnet hat - inklusive der Flüchtlinge. Die allerdings kann er nur soweit berücksichtigen, wie sie aktuell in der Stadt vorhanden sind. Sollte es neue Zuweisungen mit Kindern geben, muss wieder gerechnet werden.

Unabhängig von den Flüchtlingen hat die Stadt in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen, ausreichend Kita-Plätze für Kinder jedes Alters bereitzuhalten. Weil absehbar wurde, dass die aktuellen Angebote nicht reichen, werden Neubaupläne geschmiedet. Die Kindertagesstätte Bongartzstiftung an der Mühlenstraße in Lobberich wird erweitert. In den Neubau, der links vom Eingang an der Mühlenstraße am Gebäude anschließen wird, können ab Sommer 2017 zwei Gruppen mit insgesamt 45 Kindern untergebracht werden. Die Kita betreut 24 Kinder, die jünger als drei Jahre alt sind, sowie 63 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren.

Als das Haus im November 2010 nach gut einjähriger Bauzeit eröffnet wurde, galt es als modernster Kindergarten im Kreis Viersen. Die Vier-Gruppen-Einrichtung ist barrierefrei, hier können Kinder von Null bis sechs Jahren angemessen betreut werden. Zu den technischen Feinheiten gehört, dass das Gebäude als Niedrigenergiehaus gebaut wurde und über eine Photovoltaikanlage verfügt. Alle Räume haben eine Fußbodenheizung. Das Pultdach wurde begrünt.

Niemand ahnte jedoch, dass es schon bald zusätzlichen Bedarf geben könnte. Nach 2005 nahm die Bevölkerung Nettetals kontinuierlich ab. Damals waren 42.434 Menschen registriert. Etwa seit 2013 nimmt die Zahl der Bürger leicht zu. "Ursache sind Wanderungsbewegungen zugunsten der Stadt und eine leichte Steigerung der Geburtenzahl", berichtet Müntinga.

Um den Bedarf zu decken, wird der katholische Kindergarten in Schaag demnächst erweitert. Zwei Gruppen werden im Gebäude der katholischen Grundschule einziehen. Die Räume darin müssen natürlich umgebaut und den Bedürfnissen einer Kindertagesstätte angepasst werden. Aber die Fördermittel sind beantragt. Einen Neubau erhält auch der DRK-Kindergarten am Sassenfelder Kirchweg, gegenüber dem Krankenhaus. Die Planungen für den Neubau an der Färberstraße, in unmittelbarer Nähe des Wohngebiets am Niedieck-Park, laufen bereits.

Offen bleibt, wie es mit den Flüchtlingskindern weitergeht. Die Stadt wird Kinder mit Bleibeperspektive in das Regelsystem aufnehmen. Kindern aus Familien, die keinen Aufenthaltsstatus erhalten, müssen anders betreut werden. Die Hauptaufgabe wird die Integration der Kinder sein, erklärt Müntinga. Er hält es für sinnvoll, die Kinder zu verteilen und möglichst keine reinen Flüchtlingsgruppen zu bilden. Das Erziehungspersonal müsse die erforderliche Zeit bekommen, sich den Kindern zuzuwenden, viele dürften traumatisiert sein. "Kleinere Kinder lassen sich allerdings auch leichter integrieren. Sie sind ein Schlüssel zur Integration ihrer Familien", meint Jochen Müntinga.

Quelle: RP
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