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Nettetal
Nettetal gründet Verein für Flüchtlingshilfe

Mönchengladbach: Flüchtlinge leben im ehemaligen Aldi
Mönchengladbach: Flüchtlinge leben im ehemaligen Aldi FOTO: Ilgner Detlef
Nettetal. Das Ziel war schnell erklärt: "Wir wollen die Aktivitäten zahlreicher Ehrenamtler in der Flüchtlingshilfe in der Stadt bündeln, so die Erfahrungen und Einsatzmöglichkeiten stärken und uns um Spenden und Finanzierungsmöglichkeiten kümmern", stellte Wilfried Niederbröcker heraus. Von Joachim Burghardt

Und genau deshalb wurde am Dienstagabend im Evangelischen Gemeindehaus Lobberich der Förderverein Flüchtlingshilfe Nettetal e.V. gegründet.

Bislang setzen sich schon Initiativen wie der Flüchtlingsrat Nettetal, oft in Absprache mit dem Integrationsrat und mit Kirchengemeinden, für die Belange von Flüchtlingen und Asylbewerbern in der Stadt ein. "Wir stehen in Kontakt mit 70 Personen, die sich um Flüchtlinge kümmern", führte Beate Engelke vom Flüchtlingsrat aus. Da könne es nur sinnvoll sein, sich abzustimmen, um etwa für Flüchtlinge die Deutschkurse, die Begleitung bei Behördengängen oder zu Arztbesuchen zu koordinieren.

In Zahlen: Flüchtlinge pro Stadt FOTO: RP

Davon waren auch die rund 30 Nettetaler aus allen Stadtteilen auf der Gründungsversammlung überzeugt. Die meisten waren Bürger, die sich bereits ehrenamtlich engagieren, etwa in der Flüchtlingsarbeit, bei Amnesty International oder in den Kirchen; auch einige Ratsmitglieder waren dabei. Die Vorarbeiten hatte Niederbröcker geleistet, der Presbyter der evangelischen Kirchengemeinde Lobberich-Hinsbeck hatte auch das Okay des Finanzamtes zur Satzung des gemeinnützigen Vereins eingeholt.

Das JHQ wird zur Flüchtlingsunterkunft FOTO: Dieter Weber

"Wir haben alle ein gemeinsames Ziel: Menschen zu helfen", gab der einstimmig gewählte erste Vorsitzende des Fördervereins, Ralf Schröder aus Hinsbeck, als Motto aus. Aufgabenfelder für die Flüchtlingshelfer kamen etliche zur Sprache, etwa Spenden zur Finanzierung weiterer Sprachkurse und Hilfsmaßnahmen, Beratung und Hilfe bei Anträgen in Behörden, bei Bedarf Vermittlung von Unterkünften.

Vereinnahmt fühlen müsse sich niemand, der aus Eigenantrieb Flüchtlinge unterstütze, so der Tenor auf der Versammlung. Doch, so deutete Engelke an, sich abzustimmen könne nur sinnvoll sein, bevor sich jemand beispielswiese gut gemeint für eine Maßnahme einsetze, die schon längst auf den Weg gebracht sei. Die Stadt Nettetal jedenfalls begrüße die Gründung des Fördervereins als Ansprechpartner, so der Erste Beigeordnete Armin Schönfelder, der "als Privatier" zu den Gründungsmitgliedern zählt: "Bei der Stadt und beim Bürgermeiste steht die Tür für Sie immer offen." Der gewählte Vorstand des überkonfessionellen Fördervereins, kündigte Niederbröcker an, werde die nächste Mitgliederversammlung vorbereiten: "Dazu sind dann alle eingeladen, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren oder engagieren wollen."

Der am 31. März gegründete Förderverein Flüchtlingshilfe Nettetal e.V. legte als Mitgliedsbeitrag zunächst 12 Euro jährlich fest. In den Vorstand gewählt wurden: 1. Vorsitzender Ralf Schröder, 2. Vorsitzender Werner Jobst, Schriftführerin Angela Müller, Schatzmeister Wilfried Niederbröcker, Beisitzer Robert Nagel, Nimet Said. Kassenprüfer: Bernd Remmler, Günter Withofs. Dem künftigen Beirat sollen zum Beispiel Vertreter des Flüchtlingsrats angehören. Kontakt: Ralf Schröder, Telefon 02153 89561.

Quelle: RP
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