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Nettetal
"Nettetal ist mehr" – zur Wahl

Nettetal. Der unabhängige Ratsherr Hajo Siemes hat mit Gleichgesinnten eine Wählergemeinschaft gegründet. In der kommenden Woche sollen Bürger für die Mitarbeit gewonnen werden. Die Initiative will sich von Parteien absetzen. Von Ludger Peters

Der parteilose Stadtverordnete Hajo Siemes aus Kaldenkirchen, die ehemalige Stadtverordnete Chista Geritz aus Lobberich und andere haben am Mittwoch "die Bürgerbewegung Nettetal ist mehr – Bürgermacht statt Parteienmacht" gegründet. Sie wollen zur Kommunalwahl am 30. August antreten.

Hajo Siemes war vor fünf Jahren für die SPD in den Rat gewählt worden. Nach internen Querelen verließ er die Fraktion. Daraufhin setzte ihm die Partei den Stuhl vor die Tür. "Wir möchten in einer Informationsveranstaltung Bürger, die an Kommunalpolitik in dieser Stadt interessiert sind, für uns gewinnen", erklärte Siemes gestern. "Wieder treten nur die etablierten Parteien an. Nettetal ist aber mehr als die Aufzählung von vier Parteien. Es gibt ein beträchtliches Potenzial für eine freie Bewegung."

"Es geht nicht um Posten"

Er hab seit längerer Zeit zahlreiche Gespräche mit potenziellen Mitstreitern "für eine Bürgerbewegung" geführt. "Ich habe in den vergangenen fünf Jahren oft Prügel einstecken müssen, und ich habe in der Zeit ganz bestimmt auch Fehler gemacht. Aber ich denke, dass viele Bürger endlich eine andere Politik in dieser Stadt erwarten. Unsere Bürgerbewegung lässt den Freiraum, sich aktiv einzubringen." Siemes möchte gerne wieder in den Rat, strebt aber "keine Führungsrolle" an. "Es geht nicht um Posten, damit verbundene Querelen und Intrigen. Es geht vielmehr um die Idee einer unabhängigen und fachbezogenen Plattform für Bürger, die mitgestalten und etwas ändern wollen." Keinesfalls wolle man sich "von links oder rechts unterwandern lassen".

Seit Mittwoch gibt es einen Vorstand und eine in der Gründungsversammlung beschlossene Satzung. Etwa ein Dutzend Mistreiter hätten sich bisher zusammengefunden. Weitere Regularien sollen jetzt vorangetrieben werden. Die Kandidatenliste soll sich in der Informationsveranstaltung erst noch zusammen mit einem inhaltlichen Programm entwickeln.

Ihre frühere Zugehörigkeit zur SPD – Christa Geritz ist auch ausgetreten – habe nichts mit der politisch-inhaltlichen Richtung der Wählerbewegung zu tun. Die Bürgerbewegung haben weder Interesse an langwierigen parteipolitischen Instanzen noch an Ideologien, erklärt Christa Geritz. Sie hatte ihr Mandat wegen ständiger Auseinandersetzungen in der SPD niedergelegt.

Angeblich bastelt auch der ebenfalls fraktionslose Stadtverordnete Jörg Hebben an einer Liste. Er hatte sich nach der Wahl mit der FDP, auf deren Liste er in den Rat eingezogen war, überworfen. Einer Verbindung mit Hebben erteilte Siemes gestern eine Absage. "Seine populistischen Äußerungen sind nicht mein Ding".

Am Quellensee in Breyell trafen sich unlängst auch Interessenten zur Gründung einer rechtslastigen Gruppierung, die in das "Pro Köln"-Muster passt. KOMMENTAR

Quelle: RP
 
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