| 11.22 Uhr

Schwerlasttransporter in Nettetal
Verkehrs-Chaos wegen Fertighaus

Verkehrschaos wegen Schwertransporter für Hausbau
Verkehrschaos wegen Schwertransporter für Hausbau FOTO: Jörg Knappe
Nettetal. Mit fünf Schwerlasttransportern wurden die einzelnen Teile in der Nacht zu Mittwoch nach Schaag bei Nettetal geliefert. Die Fahrer mussten in den engen Straßen mehrfach rangieren. Mit fünf Stunden Verspätung stand der Bungalow am Mittag. Von Lisanne Pitzen und Emily Senf

Am Mühlenbachweg in Schaag steht seit gestern ein neues Haus. Es wurde quasi über Nacht errichtet und ist nahezu bezugsfertig: ein Fertighaus bestehend aus fünf Modulen. Die Schwerlasttransporter, die die Teile in der Nacht zu gestern anlieferten, brauchten eine ganze Weile, bis sie von der Autobahn 61 über die engen Straßen am Ziel angekommen waren. Mit fünf Stunden Verspätung hievte der Kran das letzte Modul an seinen Platz.

Fünf Fahrzeuge der Polizei nahmen die Transporter gegen 0.20 Uhr an der Ausfahrt Kaldenkirchen-Süd in Empfang und begleiteten sie bis zum Ziel. Dafür mussten die Fahrer der fünf Schwerlasttransporter im Ort mehrfach rangieren, vor allem im Bereich der Brachter Straße verzögerte sich die Weiterfahrt. Am Morgen musste ein Bus umgeleitet werden. Laut Polizeisprecher Wolfgang Goertz holten die Beamten einen Autofahrer aus dem Bett, sein Wagen stand im Weg. Eigentlich hatte das letzte Modul um 8 Uhr stehen sollen, sagt Peter Scheifele, Sprecher der Firma Cadolto, die die Teile gefertigt hat. Die Arbeiten waren jedoch erst gegen 13 Uhr beendet.

"Wir planen die Wege im Vorfeld, aber es gibt immer Unabwägbarkeiten, die die Fahrt verzögern", sagt Scheifele. Wo genau es hakte, will er heute in Erfahrung bringen. In der Regel könne solch ein Haus in fünf bis sechs Stunden stehen. Der Bungalow am Mühlenbachweg hat eine Fläche von 250 Quadratmetern, "der größte Klotz", berichtet Scheifele, sei zuletzt geliefert worden: der Wohn- und Essbereich. Die Teile haben einen langen Weg hinter sich. Die Firma Cadolto sitzt im mehr als 500 Kilometer entfernten Cadolzburg in Bayern. Zehn Module werden in der dortigen Fertigungshalle pro Tag produziert - nicht am Fließband, sondern jedes individuell, sagt Scheifele. Die Teile sind bis zu 25 Meter lang, sechs Meter breit und vier Meter hoch und mit Gas-, Wasser- und Elektrikanschlüssen sowie sanitären Anlagen versehen. Die Schaager Module wiegen zwischen sieben und 32 Tonnen, das längste misst 5,10 Meter. Einfamilienhäuser wie in Nettetal baut die Firma eher selten. "Sonst fertigen wir Rechenzentren und Kliniken", sagt Scheifele. Und sie sind schnell - ein vierstöckiges Krankenhaus könne innerhalb einer Woche errichtet werden.

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Quelle: RP
 
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