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Nettetal
Zwei alte Grabkreuze wieder restauriert

Nettetal: Zwei alte Grabkreuze wieder restauriert
Die Grabkreuze für Friedrich Wilhelm und Anna Elisabeth Peters wurden wieder hergerichtet. Sie sollen einen würdigen Standplatz erhalten. FOTO: Busch
Nettetal. Die eisernen Zeugen der Begräbniskultur im 19. Jahrhundert sollen nach dem Willen des Bürgervereins einen neuen Standort erhalten. Von Heinz-Willi Schmitz

Beim Aufräumen seines Anwesens entdeckte Johannes Deutges vor einiger Zeit zwei alte Grabkreuze. Sie erinnern an seine Vorfahren. Die Kreuze wurden einst für die Urgroßeltern Friedrich Wilhelm Peters und dessen Ehefrau Anna Elisabeth geschaffen und aufgestellt. Friedrich Wilhelm Peters war Dachdecker, er lebte von 1830 bis 1887. Seine Ehefrau Anna Elisabeth war eine geborene Glasmachers, sie lebte von 1829 bis 1883.

Deutges ist der Sohn von Theodor Deutges, der in der Nachkriegszeit das Wohlfahrtsamt der Stadtverwaltung Kaldenkirchen leitete. Dazu gehörte auch die Stelle für die Kriegsopfer und -hinterbliebenen. Theodor Deutges war außerdem Vorsitzender der Kaldenkirchener Ortsgruppe des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und es Verbandes der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands (VDK).

Die Kreuze stellte sein Sohn Johannes nun dem Bürgerverein zur weiteren Verwendung zur Verfügung. Die beiden Gräber der Verstorbenen befanden sich auf dem alten Friedhof an der Bahnhof-/ Ecke Kanalstraße. Er ist seit vielen Jahren heute eine Grünanlage, auf der alte Kreuze daran erinnern, dass sich hier einst ein Friedhof befand. An der Errichtung des Ehrenmals auf diesem Friedhof vor 50 Jahren hatte Theodor Deutges maßgeblichen Anteil.

Der Vorstand des Bürgervereins sprach sich einstimmig dafür aus, die Kreuze restaurieren und wetterfest machen zu lassen. Für den künftigen Ort gab es mehrere Vorschläge: ihr ursprünglicher auf dem ehemaligen Friedhofsgelände, auf dem heutigen Friedhof an der Grenzwaldstraße oder im Vorgarten des Pastoratsgebäudes neben der Kirche. Dort stehen sie derzeit "probeweise", gewissermaßen zur Ansicht stehen. Der Bürgerverein nimmt Vorschläge für den endgültigen Standort gerne entgegen. Der katholische Friedhof südlich und nördlich der Pfarrkirche wurde 1841 aufgegeben.

Der Bürgerverein Kaldenkirchen ist sehr dankbar, dass die an der Renovierung der Kreuze beteiligten Firmen kostenlos ihren Anteil geleistet haben. Dazu gehört eine nette Besonderheit: Die Inhaber der Schlosserei Jansen, die auch alle Gewerke bewegt hat, sind wie Stefan Schmitz (Artist) katholisch. Inhaber der Firma Ylmaz ist ein Muslim. Alleiniger Gesellschafter der Costas Autolackiererei und Karosseriebau ist Costa Tellidis, ein griechisch-orthodoxer Christ - sie haben alle zusammen an zwei Kruzifixen gearbeitet.

Quelle: RP
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