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Nettetal
Neun Pappeln an Gesamtschule fallen

Nettetal: Neun Pappeln an Gesamtschule fallen
Die neun Pappeln an der Turnhalle der Gesamtschule in Breyell werden aus Sicherheitsgründen gefällt. Drei künftig stattliche Bäume, beispielsweise Eichen, werden sie ersetzen. FOTO: Busch
Nettetal. Stehen bleiben zwei Eichen, obwohl sie den Einbau einer Photovoltaikanlage behindern. Die Anschaffung von Dienstfahrrädern entscheidet nicht der Stadtrat. Er darf aber ein Radwegekonzept in Auftrag geben. Von Ludger Peters

Die Fraktion der Grünen möchte gerne, dass künftig Dienstfahrräder den Fuhrpark der Stadt Nettetal ergänzen. Das hat sie in einem Antrag kundgetan, den jetzt der Umweltschutzausschuss beriet. Die erste Reaktion aus dem Rathaus war eine unerwartete. Mit solchen Überlegungen greift die Fraktion in die ureigene Handlungshoheit des Bürgermeisters ein. Wenn einer schon Fahrräder für seine Mitarbeiter in Dienst stellt, dann ist er das.

Die Botschaft ist angekommen, gleichwohl hofft die Politik, dass die städtischen Mitarbeiter künftig auf Fahrräder steigen können. Die Frage, ob E-Bikes oder normale Fahrräder genehm seien, hat die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche bereits für sich entschieden. "Ich bevorzuge ein normales Fahrrad, ich würde wohl auch nur in Lobberich das Rad nehmen", meinte sie auf die Frage des Ausschussvorsitzenden Guido Gahlings, welches Rad sie bevorzuge. Bei Fahrten in andere Stadtteile habe sie vermutlich immer sehr viele Unterlagen dabei.

Gahlings berief sich auch darauf, dass der Antrag der Grünen bei Mitarbeitern im Rathaus breite Zustimmung gefunden habe. Es gebe Interesse an regulären Fahrrädern ebenso wie an E-Bikes. Nun wartet die Politik darauf, dass Bürgermeister Christian Wagner demnächst dem Hauptausschuss seine Sicht der Dinge darlegt.

Zustimmung fand der Vorstoß der Grünen, ein Radwegekonzept in Auftrag zu geben. Es wird den Schwerpunkt setzen auf innerörtliche Verbindungen. Die Radverbindungen zwischen den Stadtteilen sind weitgehend vorhanden. Michael Eichler (FDP) schlug vor, dabei auch Erkenntnisse einzuflechten, die mit E-Bikes gemacht werden. Die Zahl derjenigen, die sich mit Hilfe von Elektromotoren fortbewegen, nehme zu. Außerdem entwickelten diese Fahrräder unterschiedliche Geschwindigkeiten. Einen eigenen Fahrradbeauftragten wird die Stadt allerdings nicht benennen. Mehrheitlich war der Ausschuss der Meinung, das Beschwerdemanagement im Rathaus reiche auch dafür aus.

Unterschiedlicher Meinung war der Ausschuss über den Vorschlag der Grünen, einen Schülerwettbewerb zu organisieren, um ein Klimaschutzlogo zu entwerfen und dazu einen passenden Slogan zu entwickeln. Die Grünen hatten vorgeschlagen, die Sieger mit 1000 Euro zu bedenken.

Die CDU findet den Vorschlag prima, will aber das Preisgeld eine Nummer kleiner und naturnäher ansiedeln. Sie will der gewinnenden Schule einen Baum stiften, der mit Pflanzung etwa 250 Euro kosten würde. Man wisse schließlich auch nicht, was mit den 1000 Euro geschehe. Florian Witter (WIN) beharrte darauf, das Geld locker zu machen. Nach seiner Erfahrung seien Schüler zwar sensibel für Naturthemen, aber er halte einen "monetären Anreiz" für angemessener. Bei der Abstimmung erhielt er allerdings nur Unterstützung durch Thomas Schöck (ABN), selbst Gahlings als Vertreter der Grünen folgte den Argumenten der CDU.

Neun Pappeln auf dem Gelände der Gesamtschule werden demnächst gefällt. Der Ausschuss stimmte dieser Bitte zu, weil die Bäume inzwischen nicht mehr ungefährlich sind für Schüler. Äste brechen ab, die Umgebung müsste aus Sicherheitsgründen abgesperrt und damit der Bewegungsraum für mehr als tausend Schüler eingeschränkt werden.

Ganz anders entschied der Ausschuss in einer anderen Angelegenheit. In Breyell bat ein Ehepaar darum, zwei Eichen zu beseitigen. Sie seien inzwischen so hoch geworden, dass die Installierung einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Hauses nicht möglich sei. Selbst eine bereits vorhandene Anlage zur Erwärmung von Brauchwasser habe nicht die gewünschte Wirkung. Und schließlich fehle wegen der Bäume die Sonneneinstrahlung, die das Niedrigenergiehaus benötige. Die Stadt lehnt die Bitte ab. Die geschilderten Einschränkungen gebe es zwar, doch sei der Schutz der wertvollen Altbäume höher einzustufen.

Quelle: RP
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