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Nettetal
Niederrhein im inklusiven Kunstprojekt

Nettetal: Niederrhein im inklusiven Kunstprojekt
Lehrerin Marie-Therese Reinders (links) und Workshop-Leiterin Brigitte Rathner-Minten freuten sich über die Ergebnisse, die die Schülerinnen aus Rees mit behinderten Menschen der Lebenshilfe im Textilmuseum erarbeiteten. FOTO: Busch
Nettetal. Das Kunstprojekt "Niederrhein Inkognito"will Menschen mit und ohne Behinderung zusammenbringen. In Nettetal brachte es Schüler der Rheinschule in Rees mit Menschen zusammen, die die Lebenshilfe betreut. Von Inge von den Bruck

Workshops sind fast das tägliche Brot des Textilmuseums "Die Scheune" in Hombergen. Diesmal war es allerdings doch anders als üblich. Die Arbeit mit Schafswolle und ihre Verarbeitung brachte Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Sie demonstrierten, wie simpel Inklusion ist, wenn man sie denn will.

Neuntklässler der Reeser Rheinschule hockten einträchtig mit Schützlingen der Lebenshilfen Kreis Viersen und Unterer Niederrhein beim Kunstprojekt "Niederrhein Inkognito" zusammen. Berührungsängste hatte niemand und trotzdem: "Kontakte zwischen Menschen mit und ohne Behinderung gibt es noch immer viel zu selten", berichtete Workshop-Leiterin Brigitte Rathner-Minten.

Diese Begegnung will das Kunst-Projekt fördern. Dafür gibt es Geld von der Bezirksregierung Düsseldorf und vom Land Nordrhein-Westfalen. "Die Teilnehmerinnen sind alle ganz begeistert von den Workshops", hat Brigitte Rathner-Minten beobachtet. Sie arbeitet seit mittlerweile fünf Jahren mit behinderten Menschen in ihrem Lobbericher Atelier und an anderen Orten zusammen. Stefanie, Marlene und Barbara von der Wohnstätte der Lebenshilfe in der Eremitenstraße hatten das Projekt vorbereitet. Sie hatten in der Natur kleine und große Stöcke, Wurzeln und Blätter gesammelt. Im Werkraum des Textilmuseums saßen sie nun mit Charlene, Annalena und Michelle von der Hauptschule in Rees sowie Lehrerin Marie-Theres Reinders um die Tische herum. Der schöpferische Prozess setzte bei allen Teilnehmerinnen Ideen frei. Im Mittelpunkt stand das gemeinsame Arbeiten mit dem Naturmaterial Wolle. "Dieses weiche Material hat die Teilnehmerinnen sensibilisiert, Neues und Außergewöhnliches zu schaffen", erklärt Rathner-Minten. "Sie wurden sozusagen vom Material beflügelt", sagt sie.

Die so entstandenen Arbeiten wirken mitunter unheimlich und verschlungen, und immer stand die Natur im Mittelpunkt. So erfuhr beispielsweise eine Fisch-Reuse, durchsichtig und mit vielen bunten Wolltupfen versehen, eine ganz andere Wahrnehmung. Ein Styropor-Klotz wurde mit Wollresten beklebt, er glich gleichzeitig einer Martinsfackel und einer bedrohlichen Maske. Besonders gerne wurden Stöcke mit Wollresten umwickelt, mit Federn geschmückt und mit bunten Bändern dekoriert. Entdeckungen macht dabei jeder auf seine Weise vom Niederrhein und den Materialien, die er hergibt - heimlich, bisweilen unheimlich, jedenfalls bislang nicht so gesehen, neu und überraschend. Nach und nach wuchsen im Workshop zahlreiche erstaunliche Arbeiten heran. Miteinander verknüpft machen sie im Ergebnis "Niederrhein Inkognito" aus.

Abschließend werden die Arbeiten am Samstag, 4. Juli, ab 12 Uhr auf dem Nabu-Naturschutzhof in Lobberich, Sassenfeld 200, ausgestellt. Gezeigt werden alle Ergebnisse der Workshops, Tuffstein, Arbeiten mit Holz, Malen und Gestalten sowie Schafwolle. Sie können erworben werden können. Das so erlöste Geld fließt in das Projekt zurück.

Quelle: RP
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