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Nettetal
Nikolaus ist Schutzheiliger des Schlosses

Was Sie über den Nikolaus wissen müssen
Was Sie über den Nikolaus wissen müssen FOTO: Christoph Göttert
Nettetal. Die Kapelle im Schloss Krickenbeck - Teil 1: Erste Erwähnungen und die Genehmigung zum Lesen Heiliger Messen. Mit dem Brand des neugotischen Schlosses im Jahr 1902 rückte die Kapelle im Neubau an einen anderen Ort. Von Heinz Koch

Der erste Nachweis einer Kapelle im Schloss Krickenbeck ist für das Jahr 1663 durch zwei Schreiben des Bischofs von Roermond Eugen Albert d'Allamont (1659-1666) belegt. Er gibt darin dem Freiherrn Wolfgang Wilhelm von Schaesberg (erst 1706 erhielt die Familie den Grafentitel), seinen Familienangehörigen und seiner Dienerschaft die Erlaubnis, im Winter täglich eine Messe in der Schlosskapelle lesen zu lassen. Nur an den hohen Festtagen Ostern, Mariä Himmelfahrt, Weihnachten und am Festtag des Pfarrpatrons Peter und Paul mussten sie zur Pfarrkirche.

Am 23. Oktober 1663 transferierte der Bischof hierzu den an der Hinsbecker Pfarrkirche seit 1515 nachgewiesenen Nikolausaltar mit allen zugehörigen Einkünften in die Krickenbecker Kapelle. Seitdem war Nikolaus der Schutzheilige des Schlosses und der Familie von Schaesberg. 1667 wurde auch das St. Nikolaus-Benefizium an die Schlosskapelle transferiert. Die Einnahmen hieraus standen bis 1922 den Hausgeistlichen zu, die von 1669 bis 1902 nachgewiesen sind, später der Kapelle.

Weitere Nachrichten über die Schlosskapelle sind selten, da die Familie von Schaesberg zu dieser Zeit ihren Lebensmittelpunkt in Düsseldorf hatte. Im Jahre 1712 verlieh Papst Clemens XI. dem Grafen Johann Wilhelm II. von Schaesberg (1663/64-1723) eine Kreuzreliquie, die Mittelpunkt der Kapelle wurde. 1779 wurde die Schlosskapelle renoviert. Für diese Zeit erhielt die Familie auch die Genehmigung, in der nahen Rochuskapelle Messen zu lesen.

Darüber hinaus wird diese Kapelle am Ufer des Schroliks nur noch gelegentlich bei Taufen (1773 Graf Carl Theodor, 1778 Graf Richard Martin) erwähnt. Ebenso taucht sie in einer Inventarliste von 1835 beim Tode des Hinsbecker Bürgermeisters Graf Heinrich Edmund von Schaesberg auf.

Das barocke Herrenhaus von 1708 wurde von 1856 bis 1860 in ein neugotisches Schloss umgebaut, behielt aber sein wehrhaftes, burgartiges Aussehen mit rechteckigem Grundriss, drei-etagigem Gebäude und Innenhof. Der Turm wurde wohnlich umgebaut. In der zweiten Etage wurde die Schlosskapelle eingerichtet. Über die Ausführung ihrer Wände wird im Zusammenhang mit dem Brand des Schlosses im Jahr 1902 berichtet: "Trotz der angestrengten Arbeiten fiel dem Feuer doch so manches zum Opfer, u. a. die kostbaren Ledertapeten in der Kapelle, die aus dem 17. Jahrhundert stammten und mit reicher Goldpressung versehen waren."

Der verheerende Brand des Schlosses am 7. September 1902 zerstörte das gesamte Herrenhaus. Mit dem Neubau beauftragte Graf Heinrich von Schaesberg (1855-1910) den Hannoveraner Architekten Herman Schaedtler (1857-1931). Von 1903 bis 1904 entstand aus dem früher burgähnlichen Gebäude ein herrschaftliches, dreiflügeliges Schloss mit Ehrenhof im Stil der Neurenaissance. Die neue neugotische Schlosskapelle wurde vom Obergeschoss in den rechten Flügel des Erdgeschosses verlegt. Für die Einrichtung der Kapelle erwarb man größtenteils neue Gegenstände, alte Teile wurden nicht mehr verwendet. Diese Einrichtung ist bis heute erhalten.

Im zweiten Teil des Berichts über die Schlosskapelle geht es um die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und um die bis heute erhaltene Innenausstattung.

Quelle: RP
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