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Nettetal
Nikolaus Schneider, der Tod und das Gottvertrauen

Nettetal. Der ehemalige Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche im Rheinland las gemeinsam mit seiner Frau in der Alten Kirche aus seinem neuen Buch Von Inge von den Bruck

Es ist mucksmäuschenstill in der Alten Kirche. Der Theologe Bastian Rütten, der die Veranstaltungen in der Alten Kirche koordiniert, begrüßt die Zuhörer. Es ist eine ökumenische Kooperationsveranstaltung, zu der der Arbeitskreis Alte Kirche mit der AG Nette der Evangelischen Kirche eingeladen hat. Zu Gast ist das Ehepaar Nikolaus und Anne Schneider. Er, ausgebildeter Theologe, evangelischer Pfarrer und bis zum Jahr 2013 Ratsvorsitzender der evangelischen Kirche im Rheinland, sie eine ehemalige Realschullehrerin.

Es sind viele Menschen zu der außergewöhnlichen - ja schon schwermütigen Lesung aus dem Buch "Vertrauen" der Schneiders gekommen. Und alle haben wohl eines gemeinsam: die Frage nach dem Vertrauen. Dem Vertrauen in die Politik, in die Wirtschaft, in die Banken. Und nicht zuletzt: Vertrauen in Gott.

Die Lesung beginnt mit einer Geschichte, die manchen dazu bringen könnte, das Vertrauen zu verlieren: Die ruhige und gleichzeitig optimistische Reaktion der 21-jährigen Schneider-Tochter Meike auf die Diagnose Leukämie. Mit 22 Jahren stirbt Meike, die in einem Brief über ihre innere Kraft schreibt, die sie darauf vertrauen lässt, die Krankheit zu überwinden. Offen beschreibt das Ehepaar Schneider in dem Buch das Zaudern, auch mit Gott. Nikolaus Schneider spricht über "Gottvertrauen", das für ihn die Gewissheit ist, "dass ich einen Ansprechpartner habe, was immer auch geschieht". Er hält daran fest, dass Gott es gut mit ihm meint und Gott ihn prüft, durch die tiefen Täler mit ihm hindurch zu gehen. "Gott ist der, der mich am Ende trägt", sagt er. Das Ehepaar spricht sich klar für ein "Dennoch-Vertrauen" aus, "wir werden von Gott gehalten, egal was er uns sagt", so Anne Schneider, auch wenn Gott das Beten für ihre Tochter nicht erhört hat. Anne und Nikolaus Schneider zeigen, wie "Vertrauen" gelingen kann. "Es lohnt sich, Vertrauen immer wieder neu zu wagen, auch wenn man im Leben schon schwere Enttäuschungen erleben musste." Das Ehepaar hat statt des 30. Geburtstages der Tochter den achten Todestag begangen. "Es lohnt sich, Vertrauen immer wieder neu zu wagen, auch wenn man im Leben schon schwere Enttäuschungen erleben musste." Ihr Buch macht Mut, trotz aller Enttäuschung immer wieder neu zu hoffen, neu zu vertrauen und das Leben zu lieben.

Quelle: RP
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