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Nettetal
Pfadfinder bringen das Licht des Friedens

Nettetal: Pfadfinder bringen das Licht des Friedens
Pfadfinder vom Stamm Noah brachten das Friedenslicht in die Pfarrkirche St. Anna. Von dort aus konnten es die Gläubigen mit nach Hause nehmen. RP-Foto: j. Knappe FOTO: Schaager
Nettetal. In der Schaager Pfarrkirche konnten die Gläubigen gestern das Friedenslicht aus Bethlehem mit ins eigene Heim nehmen. Jungen und Mädchen vom Pfadfinderstamm Noah hatten es zuvor in Essen abgeholt Von Eva-Maria Geef

Um genau 17.30 Uhr am dritten Adventssonntag wird das Friedenslicht aus Bethlehem in die Schaager St.-Anna-Kirche getragen. Diese wichtige Aufgabe hat der sechsjährige Tim übernommen, er gehört zu den Pfadfindern des Stammes Noah aus Nettetal. Bei der Aussendungsfeier wurde das Licht an die Gläubigen verteilt. Tim war zwar etwas aufgeregt, aber es hat ihm gut gefallen, die große Laterne in die Kirche zu tragen: "Das Licht war ganz warm."

Das Friedenslicht wird seit 1986 in Palästina von einem Kind entzündet und anschließend weltweit verteilt. Vor 24 Jahren begann diese Tradition auch in Deutschland. Ein Flugzeug bringt das Licht von Betlehem nach Wien. Jedes Jahr fährt eine Delegation aus Pfadfindern am dritten Advent nach Wien, um das Friedenslicht in Empfang zu nehmen und nach Deutschland zu holen. "Dort nehmen es Gilden der Pfadfinder in Empfang und verteilen es in 500 Orten", erläutert Helge Völker, Diakon von St. Anna und Kurat im Stamm Noah. "Von Wien geht es in alle Himmelsrichtungen, von Münster bis Hamburg", ergänzt Sandra Hollmann, Stammes-Vorsitzende. Rund 25 Gruppen sind dann vor Ort, um das Licht in Empfang zu nehmen.

Jetzt waren es allein 39 Pfadfinder vom Stamm Noah, die in Essen ungeduldig auf die Einfahrt des Zuges mit dem Friedenslicht warteten. "Um genau 13.01 Uhr fuhr dann der Zug ein", erzählt Hollmann. Zuvor hatten die Pfadfinder bereits eine turbulente Anfahrt hinter sich. "Unser Zug in Duisburg hatte eine Viertelstunde Verspätung, so dass wir den Anschlusszug nach Essen verpasst haben", erzählen Erik (12) und der ein Jahr ältere Florian.

In der St.-Anna-Kirche waren es dann 50 Kinder und Jugendliche, die die Aussendungsfeier gestalteten. "Für die Jüngeren ist die Reise nach Essen und zurück zu lang", erklärt Sandra Hollmann. "Aber wir nehmen gerne auch die Jüngeren mit: Die Kinder haben keine Vorstellung davon, wie weit Bethlehem weg ist und welche Reise das Friedenslicht bereits gemacht hat." Aber an einem solchen Tag würden sie erfahren, wie weit allein eine Reise bis Essen ist.

"Das Friedenslicht fordert uns auf, uns konkret für den Frieden einzusetzen", sagt Helge Völker vor den Fürbitten. Auch Pfadfinder würden durch ihre Arbeit dazu ermutigen, sich trotz aller Hindernisse für den Frieden einzusetzen und dieses Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Richard hat sich fest vorgenommen, nett zu Mama und Papa zu sein - oder es zumindest zu versuchen: "Und natürlich zu meiner Katze Fieps", sagt der Achtjährige.

Während des Liedes "Silber und Gold" verteilen die Pfadfinder das Licht an langen Kerzen an die zahlreichen Gläubigen, die mit Laternen und Windlichtern gekommen sind und das Licht mit nach Hause nehmen. Für alle, die kein Transportmittel haben, haben die Pfadfinder etwas vorbereitet: kleine Laternen, die sie nun verteilen, damit möglichst viele das Licht ins eigene Heim bringen können.

Auch in den nächsten Wochen wird das Friedenslicht am Altar und an der Krippe stehen. Von dort kann es auch mitgenommen werden. Die Pfadis bleiben auch in den nächsten Tagen aktiv: "Meine Mutter hat eine Laterne gemacht, sodass wir das Licht mit in unsere Schule nehmen können", sagt Lorenz (9). Und die 15-jährige Kira wird es während der Gruppenstunde der Sippe "Feuerstein" in den Generationstreff Kindter Eck tragen.

Quelle: RP
 
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