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Nettetal
Philharmonie Südwestfalen holte den Sommer in die Jaeger-Halle

Nettetal: Philharmonie Südwestfalen holte den Sommer in die Jaeger-Halle
Werner-Jaeger-Halle statt Schloss Krickenbeck: Der Kulturkreis der Wirtschaft Nettetal hatte zum Konzert "Flötentöne" geladen. Die Philharmonie Südwestfalen und Elena Carré präsentierten diese. FOTO: J. Knappe
Nettetal. Die junge Elena Carré begeisterte mit bezaubernden Flötentönen. Wegen des Wetters wurde das Konzert des Kulturkreises der Wirtschaft verlegt Von Gert Holtmeyer

Geplant waren "Flötentöne auf Schloss Krickenbeck". Nun stand den Flötentönen dank der hervorragenden Flötistin Elena Carré auch nichts im Wege. Aber: So stimmungsvoll Konzerte an lauen Sommerabenden auf Schloss Krickenbeck auch sind, so wenig spielte am Samstag das Wetter mit. "Dann", meinte Jan Vering, "holen wir den Sommer eben in die Werner-Jaeger-Halle."

Zum 22. Mal hatte der Kulturkreis der Wirtschaft Nettetal zum Konzert geladen.

Vering ist Musikdramaturg und stellvertretender Intendant des Apollo-Theaters Siegen und moderierte die Veranstaltung auf unterhaltsame und informative Weise.

Gekommen war er mit der "Philharmonie Südwestfalen", einem der drei nordrhein-westfälischen Landesorchester. Das ist in Hilchenbach im Kreis Siegen-Wittgenstein beheimatet und besteht unabhängig vom Siegener Theater. Aber dort, merkte Vering an, "ist es so oft zu Gast, dass es fast unser Hausorchester ist."

Schnell hatte das Orchester die Sympathien des Publikums gewonnen. Geleitet wurde es vom isländischen Dirigenten Gudni A. Emilson. Wer auf ihn das Klischee des unterkühlten Nordländers anwenden wollte, sah sich schnell eines Besseren belehrt. Emilson dirigierte engagiert und temperamentvoll und sorgte bei schnellen Partien für zügige Tempi. Mit fünf Sätzen aus den beiden L'Arlésienne-Suiten von Georges Bizet war der Start in den Abend gelungen.

Für die versprochenen Flötentöne sorgte die Solistin des Abends, die 1989 im sibirischen Irkutsk geborene Elena Carré. Konzerttourneen durch Deutschland machte sie schon als Elfjährige. Ihr Musikstudium schloss sie mit Auszeichnung an der Hochschule für Musik Freiburg ab. Mit bekannten und unbekannten Werken gab sie imponierende Kostproben ihres Könnens. "Niemand muss sich schämen", meinte Moderator Vering, der noch nie etwas von einem Komponisten Carl Reinecke (1824 - 1910) gehört hat. Dessen Flötenkonzert entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts, ist aber noch ganz der Musik der Romantik verhaftet. In Elena Carré fand das Werk eine ausgezeichnete Interpretin.

Im zweiten Teil des Konzerts begeisterte die Flötistin durch die wunderbare Wiedergabe von zwei Mozart-Werken. Mit herrlich langem Atem erklangen die Melodiebögen des Andantes KV 315. Viel Anmut durchzog das Rondo KV 373. Das ist zwar im Original für Solovioline komponiert. Aber so gut wie hier gespielt, klingt es natürlich auch auf der Flöte ganz vorzüglich.

Mendelssohns vierte, die Italienische Sinfonie, ist zweifellos ein mitreißendes Werk. Frisch und packend klangen die Ecksätze, gefühlvoll der zweite, charmant der dritte Satz. Für den herzlichen Beifall bedankten sich Dirigent und Orchester noch mit einem Da Capo des Schlussteils dieser Sinfonie.

Quelle: RP
 
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