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Nettetal
Radeln auf der alten Trasse

Nettetal. Der erste Bauabschnitt ist fertig: Ab sofort können Radler, Inlineskater und Spaziergänger die ehemalige Bahnstrecke zwischen dem Frauenweg in Grefrath und dem oberen Heidenfeld in Nettetal nutzen. Zwei Abschnitte folgen. Von Leslie Brook

Knapp drei Kilometer ist er lang, der erste Abschnitt des Bahnradweges zwischen Nettetal und Grefrath. Entlang grüner Wiesen, kleiner Seen, idyllischen Wäldchen können Fahrradfahrer, Inlineskater, Rollstuhlfahrer, Jogger und Spaziergänger jetzt besuchen. Der Bahnradweg ist drei Meter breit und bietet viel Platz für alle.

Die erste Teilstrecke des Gemeinschaftsprojektes der beiden Nachbarkommunen Nettetal und Grefrath ist fertig gestellt. "Pünktlich zum Frühling und den Osterferien können wir den Weg übergeben", erklärte die Technische Beigeordnete der Stadt Nettetal Susanne Fritzsche. Die beiden Bürgermeister der Baupartner, Christian Wagner und Manfred Lommetz, testeten gestern zusammen mit Bauamtsleiter Dr. Michael Räppel, Susanne Fritzsche und Heike Meinert vom Nettebetrieb die neue Strecke. "Das fährt sich ja prima", lobte Wagner den glatten Asphalt. "Nettetal und Grefrath rücken noch mehr zusammen." Steigungen gibt es kaum auf der Strecke – nur ein kleiner Berg, bevor es Richtung Grefrath geht. Der Weg soll Familien, Rentner, Sportler, Schüler aber auch Touristen ansprechen.

Das Projekt mit dem Titel "Alleenradweg" wurde mit Geld vom Land und den beiden Kommunen finanziert. Insgesamt wird der 10,4 Kilometer lange Weg rund 2,5 Millionen Euro kosten. Davon sind 1,75 Millionen Euro Fördergelder des Landes NRW. Der Eigenanteil liegt bei knapp 790 000 Euro.

Seit etwa 15 Jahren ist die Bahnstrecke zwischen Kempen und Kaldenkirchen stillgelegt. Im Sommer 2011, wenn alle drei Bauabschnitte beendet sind, können Bürger wieder zwischen den beiden Bahnhöfen verkehren. Zusammen mit dem bereits existierenden Radweg zwischen Grefrath und Kempen ist die Strecke dann 20 Kilometer lang.

Schon jetzt erinnert viel an das frühere Bahn-Flair. Alte Weichen wurden entfernt und neben dem neuen Weg auf der alten Trasse als Relikte wieder aufgestellt. In Gambionen sammelt sich Bahnschotter, die als Unterbau der Gleise dienten. Sie sind nicht nur dekorativ, sondern auch praktisch: Fahrräder können angelehnt werden. Fritzsche: "Wir wollen außerdem alte Signalanlagen und Kilometersteine aufstellen." Geplant seien zudem Halteschranken und Schilder an den ehemaligen Haltepunkte. Rastplätze an den Seite laden zum Verweilen ein. "Wir haben darauf geachtet die Bänke und Tische mit Blick auf landschaftlich schöne Gegenden auszurichten." Insgesamt gibt es sechs Rastplätze: Rosenthal, Wittsee, Baerlo, Kälberweide, Gut Altenhof. Die Tischgruppen sind alle behindertengerecht.

Bis zur Umgehungsstraße B 509 auf der einen Seite (und zum Grefrather Rathaus auf der anderen Seite geht die erste Teilstrecke – vorbei an Haus Milbeck und dem Deponiegelände. 2030 Meter liegen auf Nettetaler Stadtgebiet, 900 Meter auf Grefrather Gemeindegebiet. Noch fehlen einzelne Zwischenstücke auf dem Weg nach Grefrath. Sie sollen nach Ostern fertiggestellt sein, berichtet Dr. Michael Räppel. Solange können Fahrradfahrer und Co die bestehenden Wege dazwischen nutzen, Hinweisschilder sollen die Route deutlich machen. Wichtig ist den Planern der beiden Kommunen, dass die Route auch touristisch attraktiv ist. "Man braucht kein Auto", sagt Fritzsche. "Wer aus Düsseldorf kommt, kann dort mit dem Fahrrad in die Bahn steigen, und ab dem Kempener Bahnhof die Strecke bis Kaldenkirchen befahren."

Quelle: RP
 
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