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Nettetal
Radierungen voller Kontraste im Rathaus

Nettetal. Die in Kranenburg lebende Künstlerin Brigitte Gmachreich-Jünemann stellt ihre aufwendigen und kontrastreichen Werke noch bis 8. Juli in Lobberich aus Von Sigrid Blomen-Radermacher

Die Mitarbeiter und Besucher des Rathauses Nettetal dürfen in den nächsten fünf Wochen mit viel Genuss ihrer Arbeit und ihren Besorgungen im Rathaus nachgehen können. Gut wäre, wenn die Besucher ein wenig mehr Zeit als sonst für ihre Termine einplanen. Denn es gibt viel zu sehen, wofür es viel Zeit braucht. Im Gegenzug erhält man mit der Präsentation der Radierungen der in Kranenburg lebenden Künstlerin Brigitte Gmachreich-Jünemann (geboren 1948 in Tübingen) ein großes ästhetisches Geschenk.

"Gegen den lauten Zeitgeist", so die Künstlerin, setze sie Bilder, die zum langsamen Hinschauen auffordern, die zu einer meditativen Betrachtung einladen.

Der Blick kann sich mühelos verlieren in den meist gar nicht so großen Blättern, die geprägt sind von einer für Gmachreich-Jünemann charakteristischen Teilung: monochrome Farbflächen stehen der zeichnerischen Struktur der Radierung gegenüber. Hier die Farbe, dort der Schwarz-Weiß-Kontrast. Hier die Fläche, dort die durch die Strukturen entstehende Tiefe. Zurückhaltend, aufs Feinste reduziert sind beide Seiten. Assoziativ auch. Wie gesagt: man kann sich leicht verlieren in diesen Blättern.

Die Ausstellung mit dem Titel "...und strömt und ruht" steht unter dem Motto des Wassers. Conrad Ferdinand Meyer schrieb 1882 ein Gedicht, aus dem das Zitat stammt, in dem er das Wasser römischer Brunnen beschrieb. Brigitte Gmachreich-Jünemann "beschreibt" andere Wasser. Seit einem Arbeitsaufenthalt auf den Lofoten 2001 spielt sie immer wieder in ihren Arbeiten mit diesem Element.

Eine ganze Reihe von Blättern ist dem Wasser, das auch immer wieder als geschriebenes Wort in den Radierungen auftaucht, gewidmet. Verschiedene Blautöne, die das Wasser aufweisen kann, stehen den radierten Linien und Wellen der Spiegelungen, die auf der Wasseroberfläche entstehen, gegenüber.

Es ist ein hartes Geschäft, die Arbeit an der Radierung. Und das auch körperlich: es wird geschnitten, poliert, geätzt, geschabt. Das alles dauert.

Die Radierung ist eine aufwändige und komplexe Technik. Aber es ist genau die Technik, mit der die Künstlerin Brigitte Gmachreich-Jünemann ausdrucken kann, was sie mit ihren Arbeiten ausdrücken möchte. Und es ist die Technik, mit der sie die Empfindungen der Betrachter erreicht, die beispielsweise das Wasser förmlich zu sehen, fühlen, riechen vermögen.

Die Ausstellung mit Arbeiten von Brigitte Gmachreich-Jünemann in der Städtischen Galerie im Rathaus in Nettetal-Lobberich ist noch bis zum 8. Juli montags und donnerstags von 8 bis 18 Uhr, dienstags und mittwochs von 8 bis 16.30 Uhr, freitags von 8 bis 12 Uhr und samstags von 10 bis 12 Uhr zu sehen.

Quelle: RP
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